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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 8 · p. Seite 319

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 8
Article
Amsterdam [Nachricht]
Date
1863-01-01
Page
Seite 319 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Monatsehronik. 319 Handels vor trag verwürfen, weil die Schweiz den uiedcrUmriisehen Juden nicht gleiche Zugeständnisse mit den anderen »Staatsangehörigen Niederlanden« machen wollte — hat Herr Rischofshciin aus Paris dem Bürgermeister von Amsterdam eine bedeutende »Summe mit der Bestimmung zu geschickt, deren /insen an Ililfsbedürl'tige ohne Unterschied der Confcssion zu vorthcilen. Leipzig. Die Verlagshandlung von F. A. ßrockhaus voran• staltet. eine neue Ausgabe der Werke Mendelssohifs, Sämmtliehe Schriften des unsterblichen Denkers sollen in acht Theilen, zum Subscriptionspreise von 20 Sgr. für jeden Theil, erscheinen. Der erste Theil, mit Mendelssohn’s Bildniss und Fncsimile, ist bereits in allen Buchhandlungen vorriUhig, und werden die übrigen Theile in angemessenen Zwischenräumen folgen. London. (Afgalianistan.) Im Jahre 1857 schickte die englische Regierung eine Gesandtschaft nach Kabul, uni mit dem Fürsten Mahoined gegen Persien ein Bündnis8 zu schlicssen. I)r. Belief, der als Arzt die Gesandten begleitete, hat über die Einzelheiten dieser Reise einen interessanten Bericht veröffentlicht., der die Ansicht des gelehrten Arztes enthält, die im Gebirge von Afgahanistau ansässigen Stämme seien Abkömmlinge der von Salmanassar in die Verbannung geschleppten Israeliten. Die Afgahanistancr erzähle», dass ihre Urahnen durch einen Mann, Namens Musa, aus egyptisclier Knechtschaft befreit worden seien, dass sie darauf Kämpfe mit Philistäcrn und Amalekiten b es tanden, dass sie einen Oberpriester Abron, eine heilige Lade und Gesetzestafeln gehabt haben. Sie leiten ihren Stammbaum bis zu Saul hinauf, unter dessen Enkel Salomo ihr »Stammvater Afgahan den Tempel in Jerusalem erbaut haben soll. »Sie nahmen frühzeitig den Muhamedanismus an, nennen sich aber heute noch Bne Israel, unter welchem Namen sie auch ihren Nachbaren bekannt sind. Mancher ihrer Bräuche deutet auf israelitischen Ursprung. Sie feiern das Pesachfest, schicken jährlich einen Bock dem Asäsel in die Wüste, bestrafen den Gotteslästerer mit dem Steinigungstod und handhaben buchstäblich das Gesetz: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die Erbschaftsgesetze sind die mosaitischcn, und sie bauen Altäre auf Höhen, wie zur Richterzeit. Gesichtsbildung, Temperament und geistige Veranlagung deuten sehr stark auf jüdische Abstammung.

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