Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 2)
- Language
- German
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Kcceusiuncn uncl Anzeigen, HJÖ Züge aus dem Leben des Verstorbenen, auf die die vors mir verfasste Biographie ״Dr. Bernhard Beer, Ein Zeit- und Lebensbild," die ein Bild iin Grossen und die daran sieh knüpfende Geschichte der israel. Gemeinde zu Dresden zu verzeichnen sich zum Vorwurfe gemacht hatte, nicht eingeben konnte. Herr W. ist von wahrer Fietiit für den Verewigten durchdrungen und cs machen seine Worte einen wohlt!tuenden Eindruck. Die Ausstattung ist entsprechend. Fr. Buchen stein und Cohnbcrg. Ein Faimiliengeinälde aus der Gegenwart. Dargestellt von Dl8 .׳. Form Stecher. Frankfort a. M. 18GB. II. Bcchhold. Kein Abschnitt der Entwiekclungsgcsehiehte der Menschheit erscheint so abgeschlossen, dass nicht ein grosser Theil seines Charakters als eine Erbschaft von der ihm zunächst'voran gegangerien Vergangenheit zu bezeichnen wäre. — Will man deshalb das Bild eines solchen entwerfen, so׳ muss naan nicht nur das ihm speciell eigentlmmliche, sondern auch das überkommene Element gehörig zur Geltung bringen; und wenn eine solche Darstellung nutzbringend sein soll, muss sie zugleich jene Vergangenheit repräsentiren und uns einen vollständigen Einblick in ihre Vorzüge wie ihre Gebrechen gewähren. Der Herr Verfasser des oben genannten Werkes will uns, sowohl in den Hauptgruppen als auch in den Staffagen seines Familiengemäldes ״eine harmonische Mischung von Charakteren der Vergangenheit und der Zukunft zeigen." — Wie müssen jedoch nach seiner Ansicht die Repräsentanten der Vergangenheit und Zukunft beschaffen sein? — Wie er weiter spricht, soll ״neben der authpiirten Zopferseheinung die neue, freilich noch idealisirte Schöpfung der modernen Zeit; neben der abstossenden Missgestalt das Gebilde ästhetischer und moralischer Vollkommenheit" erscheinen. In zwei Beziehungen unterscheidet sich die Gegenwart von der Vergangenheit: einerseits ist die sociale Stellung der Juden eine andere geworden, andererseits hat das religiöse Leben eine andere Richtung genommen. Die erster6 war allerdings in der früheren Zeit der ]Menschheit unwürdig, und auch jetzt ist noch manches Zopfwesen Zeuge dafür, dass das Ideal allgemeiner Menschenliebe noch nicht erreicht ist; da jedoch die socialen