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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 6 · p. Seite 214

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 6
Article
Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld
Date
1863-01-01
Page
Seite 214 (sequence 14)
Language
German
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211 Samson Wolf Ro.smfelcl, Judentluuns betragene, und so helldenkcnd er war und sich ■für Aufklärung seiner Glaubensgenossen mächtig destrebte, war er doch ein entschiedener Gegner aller jener vagen, grundwie formlosen lleformbestrebungen, deren Gebühren, um etwa einen äusseren Beifall zu erhaschen, ihn anwiderte. Wie Mendelssohn rief er Jenen, die im Rcformiren allzuraseh zu Werke gingen, zu: Nicht übereilt! und Jenen, die mit dem langsamen Vorwürtsschrciten des Guten nicht zufrieden waren: Nicht v er zw eifeit! Was It. im Cultus einrichtete und resp. verbesserte, ruhte Alles auf dein Grunde seiner liefen Konntniss und Vertrautheit mit den Schriften der Rahbincn, und wahrhalt zu bewundern war seine Bekanntschaft mit den Scliriften des Maimonides, dessen Geist ihn vielfach leitete״, und den verschiedensten Responsen der Gelehrten. Noch bis in die letzten Tage seines Lebens discutirte er mit Sachverständigen über wichtige theologische Fragen, und obschon seit einigen Jahren des Augenlichtes beraubt, hohe er aus dem reichen Schatze seines Wissens und seinem glücklichen Gcdächlnisse, das ihm bis zur letzten Stunde treu blieb, Gründe für oder wider die Sache. So lebte er, zufrieden und in sieh befriedigt und mit einem seltenen Gottvertrauen gegen manche harte Schicksalsschläge gestählt, bis zu seinen letzten Augenblicken. Rosen leid entschlief am 12. Mai 18(52, Abends um 7 Uhr, zu einem seligeren Erwachen, sanft, und fromm; כלת בנשיקה! Noch am Morgen seines Sterbetages fragte ihn Jemand aus seiner Gemeinde über eine schwierige Stelle der laufenden Sidra, und obgleich R. das Sprechen anstrengte, gab er noch belehrenden Aufschluss über die Stelle. Wenige Stunden vor seinem Entschlafen wünschte er, dass die Mitglieder der Brüderschaft bei ihm einträten. Bald hierauf verschied er in heiterer Ruhe. Und rnit ihm schied eine geistige und sittliche Grösse: sein Andenken bleibe gesegnet! Glogau. I>r. J. Klein, Rabbiner.

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