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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 4 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 4
Article
Was hat den Aristotelismus in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters so populär gemacht?
Date
1863-01-01
Page
Seite 131 (sequence 2)
Language
German
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Kcligionspliilosophie des Mittelalters. 1:u makedonischen Alexander, der Philosoph aus Stagira, Aristoteles wurde hierdurch in den jüdischen Kreisen eine, solch heimische, vielgenannte Persönlichkeit, dass, wie der Dichter Auerhach im ״Spinoza" bemerkt, die Ausdrücke ״Uistotcls Kopf‘*־ oder ״geschcidt wie Kistotels‘* fast alltägliche Bezeichnungen geworden sind. .Indische dfinglinge schrieben ein angebliches Cichct des Aristoteles in ihre Andnchtsbiieher liinein1). .1 a, inan ging so weit, das geniale Ilaupt der Poripatetiker für einen zum «judenthume üherge trete neu Proselyten zu halten*). Und wenn die inaimonidische Philosophie ihre Wurzeln so tief einsenkte, dass alle die gegen sie erhobenen Stürme nur dazu beitrugen, ihr grösseren Kiilun und weitere Verbreitung zu se halfen, wiihrend die jedenfalls höchst bedeutsame Philosophie des Ihn (!0birol unter den Lavaströincn der Zeit bald so spurlos verseit wunden war, dass erst ein Gelehrter unserer Tage das •Fahrhunderte, lang verschüttete llerkulanmn gebirorsehcr Philosophie aus dem Schutte der Vergessenheit hervorgrnben musste — so hat. dies theilweise an eh darin seinen (■rund, weil die Philoso- ])hie Mnimunfs ein auf das dudenthum angewendeter Aristotelis- ]}ins ist, während Gebirol den geraden Gegensatz zur Basis seincs Systems gemacht. Woher kam jedoch diese Popularität des Aristoteles? Man wird uns freilieh darauf antworten: Aristoteles war der Lieblingsphilosoph des ganzen Mittelalters überhaupt, was Wunder, wenn er cs auch des jüdischen geworden. Kr idess da der ,,erste Lehrer" (א^כ!עלם א^אול) und der ״Philosoph" xar ׳— seine Philosophie war gleichsam die Sonne, um die die ganze Denkenveit aus den arabischen Schulen ebenso, wie. aus dem christlichen Sehohistieismus sieh uinhcrbewcgtu und ihr das Lieht enthorgle, mul so war esdenn .ganz . natürlich, dass auch die jüdischen Denker, die doch zu allen »lahrhunderton der herrschenden Zcitstromung sieh imseluniegten, dem aristotclischcn Liebte naeliwandeltcn. l) S. היגימות רמ״א cd. Krakau p. 10b, wo R. Salomo Luria schreibt: ועתרה אני הגב־ ראיתי כתוב בתפלות ובכדורי הבחוריב רשום בהן הפלות אריכטו. a) Vergl. in dieser Monatsschrift 1800 S. 98 meinen Artikel: ״Woher ist die Sage entstanden dass Aristoteles zum Judenthume übergetreten sei?"

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