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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 3 · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 3
Article
New-York [Nachricht]
Date
1863-01-01
Page
Seite 119 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Monatschronik. UV den vornehmen and reichen Israeliten vor, lind erzählte unter Anderem, wie die Juden Marocco’s viel von dem judenfciudlichcn Kaiser za leiden hätten, und wie sie genade jetzt in der grössten Noth seien, da er ihnen 100,000 fr es. zu zahlen auferlegt hätte, widrigenfalls sie aus dem Reiche vertrieben oder den schrecklichsten Grausamkeiten ausgesetzt wurden. Er selbst sei von seinen armen, geängsteten Glaubensgenossen gesandt, die Hülfe edler Menschen für sie in Anspruch zu nehmen. — In kurzer Zeit hatte er 3000 Dollars gesammelt, lrnlcss schöpfte man bald Verdacht, schrieb nach Algier — und alles stellte sich als Lüge eines Schwindlers heraus. In Philadelphia, wohin sich der Industrierittcr mit denselben Vorspiegelungen begeben hatte, ereilte ihn der Arm der Gerechtigkeit. Es fanden sich bei ihm bedeutende Geldsummen, welche den leichtgläubigen edlen Spcndem zurückerstattet wurden. Paris. Die Verhandlungen über den Handelsvertrag zwisehen unserem Staat und der Schweiz ziehen sich, durch die Weigerung der schweizerischen Bevollmächtigten, französische Juden in Betreff des Niedcrlassungsrechtes und des Erwerbs von Grundstücken mit anderen Franzosen auf gleichen Fass zu stellen, in die Länge. Sie berufen sich dabei auf die Cantonalsouveräne tat und auf geheime Vorbehalte in einem 1827 mit Frankreich abgeschlossenen Vertrage. Die französische Regierang erklärt aber, dass sie alle Franzosen ohne Unterschied zu vertreten habe, ihre Gesetzgebung hierin keinen Unterschied kenne, mul sic nicht erst von fremden Behörden untersuchen lassen werde, welcher Religion ein Franzose angehöre; sic habe in Rom ihre Unterthancn nicht nach Classen unterscheiden lassen und werde es auch in der Schweiz nicht dulden. An eine Nachgiebigkeit von Seiten Frankreichs, erklärten die ßevoll-!nächtigten, sei dabei gar nicht zu denken. Philadelphia. Vor Kurzem ist dem Herrn I). Frankel, der seit Jahren hier als Chasan fungirt, ein vom Präsidenten Lincoln eigenhändig gefertigtes Decrct zugestellt worden, demzufolge er als Feldcaplan der im Heere dienenden jüdischen 801daten eingesetzt, und ihm eine Assistenz von zwei Untercaplancn zugestanden wird. Das Institut jüdischer Feldgeistlichen ist jedenfaiis etwas ganz Neues.

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