Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Baden [Nachricht]
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Monatschronik. Hervorzuheben ist der Commissionsbericht der ersten Kammer, welcher der Anschauung von Haüsser in seinem Bericht an die zweite Kammer entgegentritt. Haüsser meinte, die Quelle der Abneigung gegen die Juden sei gerade nicht religiöser Natur, sondern liege in der Stamm e sversehie d enh eit (vgl. oben 8. 249, Anmerk.). Hiergegen erblickt der Bericht der ersten Kammer, Referent Hofrath A. Schmidt, nicht in der Verschiedenheit der Nationalität, noch der Lebensrichtung, sondern ganz wesentlich in der Verschiedenheit der Religion, rechtlich wie historisch, den entscheidenden Grund für die Zurücksetzung der Juden. Der Urgrund der Unterdrückung und der blutigen mittelalterlichen Verfolgung war lediglich religiöser Natur. Wie alle Heilkunde muss auch die philosophisch - staatsrechtliche zu vollem Erfolge auf den Urgrund eines Uebels zurückgehen, und sie thut es, wenn in diesem Gebiete die geläuterte Gesittung des ״aufgeklärten Jahrhunderts" zur vollen praktischen Geltung gebracht wird. Bamberg. Samson Rosenfeld, der seit 1826 das Rabbinat in unserer Stadt bekleidet hat, ist nach einer segensreichen Wirksamkeit in hohem Alter gestorben. Corfu. Der civilisatorische Geist greift bei uns immer weiter um sich. So veröffentlicht das griechisch-italienische Journal ״L’Osservatore di Corfu" einen heftigen, fast drohenden Artikel gegen diejenigen, welche aus Privatleidenschaften oder Geschäftsneid den Versuch machen würden, solche ehrbare, achtungswerthe, gebildete Männer, wie die Israeliten Corfu'8, aus dem Casino zurückzuweisen, Männer, die nicht nur dem Casino, sondern auch ihrem Vaterlande und ihrer Nation zur Ehre gereichten. Florenz. Der verdienstvolle Dichter Michael Corinaldi, Schwiegersohn des Ritters von Treves, ist in den Grafenstand erhoben worden. Krakau. Oberrabbiner Meiseis weilt gegenwärtig hier und ist fortwährend Gegenstand der grossartigsten Ovationen seitens der hiesigen Nationalpartei. — Auch Krakau hat noch sein Ghetto. Ein junger Kaufmann, der seit einiger Zeit in einer Hauptstrasse wohnte und um das beständige Aufenthaltsrecht in unserer Stadt beim Magist!־at petitionirte, fand als Antwort auf sein Gesuch — am