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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 7 · p. Seite 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension] / S-s.
Date
1862-01-01
Page
Seite 280 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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280 Recehsionen und Anzeigen. schon die Titelgieichheit beider Bücher deutlich besagt. — Die Zeitgemässheit eines solchen Buches über M. steht in unserer Zeit, wo Memoiren und Tagebücher im Schwange sind und Monumente für Männer des Geistes und der Feder errichtet werden, ausser allem Zweifel, zumal ein solches schriftliches Monument vielleicht dazu beitragen könnte, dass dem höchst verdienstvollen Manne ein Denkmal aus Erz und Stein gesetzt werde, wozu bisher, trotz mannigfaltiger Anregung, ein noch sehr geringer Anlauf genommen wurde. — Wenden wir uns nun zu dem Buche. Es muss mit Anerkennung hervorgehoben werden, dass der Verfasser mit grossem Fleisse in sehr vielen, heute längst vergessenen Schriften und Scliriftchen herumgesucht, um M. auf jedeln Schritt und Tritt verfolgen und ein recht vollständiges Bild von ihm zeichnen zu können; namentlich hat er dessen Be- Ziehungen zu zeitgenössischen Vertretern der deutschen Literatur möglichst genau aufgesucht und in diesem Buche wiedergegeben. Mitunter wäre der Leser auch mit weniger Genauigkeit zufrieden gewesen, wie z. B. über die Verschrobenheit und Zweideutigkeit Haman’s, ״des Magus aus Norden“ eine geringere Anzahl von Beispielen genügt hätte. Jedenfalls hat sich der Verfasser dadurch um die gehörige Würdigung von M.'s Stellung in der deutschen Literatur ein Verdienst erworben, und man wird vielleicht in Geschichtsbüchern der deutschen Literatur M. Namen nicht mehr unter den Namen in Bausch und Bogen aufzählen, wie dies z. B. Vilmar gethan, sondern ihm einige ausführlichere Zeilen gönnen. Das Bild, das der Verfasser entworfen, ist möglichst vollständig, doch scheint es Manches an Schärfe und Ausprägung vermissen zu lassen. Den Herrn Verfasser leitete das sehr anerkennenswerthe Streben, populär zu sein; dieses ist ihm gehingen, und wir fürchten sogar in zu hohem Masse, er ist allzupopulär, und es regt sich der Zweifel, ob der Leser von der Lectüre dieses Buches ein klares und scharf ausgeprägtes Bild von dem ganzen Mendelssohn, dem Menschen, Juden, Thilo sophen, Aesthetiker und Schriftsteller mitnimmt — der Verfasser lässt M. zu viel sprechen, spricht aber selbst über ihn zu wenig. Das Einzelne anlangend, 80 ist zu bemerken, dass der auszugsweisen inhaltlichen Wiedergabe von M’s. Schriften mitunter

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