Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 6
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Der vorliegende Katalog umfasst den grössten und den für orientalische Sprachforschung bedeutendsten Th^il der Bibliothek des verstorbenen hochberühmten Orientalisten ־/ Greorg ]Heinrich. ]Bernstein. Fast sämmtliche Werke syrischer und arabischer Literatur, welche Bernstein zum Vorstudium seiner Werke, namentlich den Vorarbeiten des syrischen Lexikons benutzte, sind in unseren Besitz übergegangen, und finden sich im vorliegenden Katalog verzeichnet. Für den Studirendeh ist es sicher von Werth, dass die meisten־ der aufgeführteu Werke Marginalien, Noten und Berichtigungen von Bernstein’s Hand enthalten. Die Bücher sind gut. gehalten, ־und zeichnen sich fast durchgehends durch breiten Band und geschmakvolle Einbände aus. Wir erlauben uns, die Aufmerksamkeit besonders auf folgende Nummern zu lenken; Nr. 1, Walton, Biblia polyglotta« — Nr. 182. N. Test, syriace ed. White. — Nr. 265—68. Assemann'8 Werke. — Nr. 272, OatalogV Bibi. Bodl. — Nr. 349. Ephraem Syrus. — Nr. 379 Abulfedae, — Nr. 395, El-Kanius.—־ etc. etc. Biographische Notiz. Georg Hdnrich Bernstein wurde am 12. Januar 1787 zu Kospeda unweit Jena geboren. Er besuchte bis 1806 das öymnasium. des Waisenhauses in Halle, sfudirte dann in Halle Theologie, widmete sich aber meist ,dem Studium der Philologie und der orientalischen Sprachen. Im - Frühjahr 181S folgte er einem Rufe als ausserordentlicher Professor der inorgenländischeu Litera;; tur nach Berlin. 1813 schloss er sich den Freischaären an, und. soll sich in den Feldzügen als Rittmeister rühmliehst ausgezeichet haben. Bald hach seiner, Rückkehr trat. Bernstein eine grössere. Reise an, besuchte• mehrere namhafte auslänclisehe Bibliotheken, und sammelte dort Bfaterialien zu. seinem syrischen Lexikon, dessen Plan ihn schon damals beschäftigte. Er kehrte im Herbst 1819 nach Berlin zurück, und wurde 1821 zum ordentlichen Professor an der Berliner ,Universität ernannt. Er siedelte 1843 nach Bres-, lau über, wo er seihen dauernden Aufenthalt nahm. — Er veröffentlichte während seines ununterbrochen thätigen Lehens mehrere wissenschaftliche־ Abhandlungen, die seine ausserordentlichen Kenntnisse־ der syrischen, arabischen und sanskritischen Sprache und Literatur bekundeten. Sein bedeutendstes Werk ist .sein grosses syrisches Lexikon, das er leider nicht vollenden sollte. Der Tod rief ihn am 5. April 1860 von den Seinen, von. der ihm so lieb gewordenen Arbeit.. Die Wissenschaft .hat ihn wohl einstimmig für den ersten syrischen Lexikographen seiner Zeit erklärt und anerkannt.