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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 2 · p. Seite 52

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 2
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 52 (sequence 12)
Language
German
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52 Dr. Bernhard Beer. thums durch die ästhetische Form keine Einbusse erleide. Beer predigte, auch bald mit Einwilligung des damaligen wahrhaft frommen, jedem Zelotismus abholden Obberrabbiners Abraham Löwy, dem er später in einer Gedachtnisspredigt ein ehrendes Denkmal setzte*), bei dem Gottesdienste der Feier- und Buhetage. Aber er hatte noch nach einer anderen Bichtung von innen zu wirken: auf die Erziehung־ der Jugend. Waren auch die Juden Dresdens trotz ihrer sehr gedrückten Lage nicht unempfänglich für Bildung, so sahen sie sich bei den ihnen wie in keinem andern Lande karg zugemessenen Erwerbsmitteln ausser Stande, eine gute Schule zu begründen und zu erhalten; und der Besuch öffentlicher Schulen, deren es merkwürdigerweise zu jener Zeit in Dresden nur wenige gab, war ihnen in vielfacher Hinsicht verleidet. Die Vermögenderen schickten ihre Kinder in Privatanstalten oder suchten durch Privatlehrer n'achzuhelfen; die Mittellosen darbten sich das durch die Ungunst der Gesetze mit Schmach und bitterer Sorge Errungene ab, um ihren Kindern wenigstens die nöthigen Beligions- Kenntnisse, die von einigen miteinander nicht in Verbindüng stehenden Lehrern je einer bestimmten Anzahl von Kindern mitgetheilt wurden, beibringen. zu lassen. Für den Unterricht in anderen Gegenständen konnte hier nicht Bedeutendes geleistet werden; und so wurde die Jugend schon von der Schule aus der den Juden von der Begierung angewiesenen Bestimmung zugeführt: sich vom Schacher und Trödel zu ernähren; Beer war tief von diesem Zustande ergriffen. That es seinem nach Licht und Wissen ringenden Geiste wehe, die Jugend in der Finsterniss der Unwissenheit heranwachsen zu sehen, so war sein für Glauben und Menschheit so warm schlagendes Herz tief von dem Gedanken verwundet, dass abermals eine Generation zu Pariä’s erzogen werden soll. Er versuchte nach beiden Seiten Abhülfe zu bringen. Auf seine Veranlassung wurde katechetischer Beligions unterricht ein- ״') Der Tod des Frommen dient zur Verherrlichung Gottes. Gedächtnisspredigt auf den am 28. April 1835 verstorbenen Oberrabbiner A. Löwy. Von B. Beer. Dresden 1835.

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