Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 10)
- Language
- German
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50 D1\ Bernhard Beer. rückte’heran,, wo er aus dem engen Kreise heradstreten und für die Gemeinde die Wirksamkeit nach innen und aussen •entwickeln sollte, die seinen Kamen unvergesslich macht. Werfen wir vorerst einen Blick auf die innere Gestaltung der zu damaliger Zeit etwa aus 130—140 Familien bestehenden Gemeinde. Es herrschte in ihr ein frommer Sinn, der, obschon fern von Fanatismus und von Verketzerung der neuern Richtung, über das H־erkömmliche in Cultiis und Erziehung nicht hinausging. Stätten des Gottesdienstes bildeten sechs bis sieben Privat-, eigentlich Familiensynagogen, die ebenso viele gemiethete Locale waren; jede öffentliche Manifestation des Cultus war von Staatswegen untersagt. . Diesen Synagogen ging manches die Andacht Erhebende und Fördernde ab, auch hatte die religiöse Belehrung in der Allen verstündlichen deutschen Sprache noch nicht Eingang getanden. Beer bahnte der deutschen Predigt den Weg; ein Unternehmen, das um so anerkennenswerther, als die nicht lange vor dieser Zeit erfolgte Schliessung des׳ Jakobsolm’- sehen Tempels zu Berlin eine ungemeine Aufregung hervorgerufen und die Gemüther jeder Neuerung abgeneigt gemacht hatte. Diese Abneigung besiegte der junge Mann nicht minder durch die in allen Lebensverhältnissen ihm eigene schonende Weise, wie durch den seine Reden belebenden Geist inniger, von tiefer Ueberzeuguhg geträgener Frömmigkeit. Im Jahre 1807 hatten sich einige Individuen zur Stiftung eines Kranken-Unterstützungsinstituts verbunden, das •von geringem Anfänge sich in baldiger Zeit zu einem׳ die meisten Mitglieder der Gemeinde zählenden Vereine herausbildete. Beer nahm den lebhaftesten uneigennützigsten Antheil an diesem Verein; er wurde nach wenigen Jahren zum Mitglied des Vorstandes ernannt, dem er mehr als ein Vierteljahrhundert, zuletzt als Ehrenmitglied, angehörte. Der Stiftungstag des Vereins wurde alljährlich durch Zusammenkunft in der Synagoge und Gebet gefeiert; diese die Mitte zwischen Got- •Landau’s Rabbinisch - aramäisch - deutschem Wörterbuche. “ Ferner: ״Parallelen zwischen Stellen in Midraschim und Klassikern.11