Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Hebräische Zeitschriften [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 481 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensioneh und Anzeigen, 481 in Nro. 16 u. ff. befindet sich eine Biographie des ףכ{״א, nebst Aufzählung seiner Werke. Ausserdem bringen alle drei Blätter ausführliche Recensionen oder kurze Inhaltsangaben der bedeutenderen neueren Werke der deutschen jüdischen Gelehrten; auch an allerhand poetischen Bearbeitungen und schwungvollen Uebersetzungen fehlt es nicht, so dass an Material nicht nur nichts zu wünschen übrig bleibt, sondern im Gegentheil man-, ches Ueberflüssige sich geltend macht. Dagegen halten wir es, gerade weil wir den Nutzen dieser Wochenschriften eins ehern, für unsere Pflicht, die Herausgeber auf zwei Fehler aufmerksam zu machen, an welchen hebräische Zeitschriften zu laboriren pflegen und in welche auch ihre Blätter, das eine mehr, das andere weniger, zu fallen scheinen. Der eine betrifft den Styl. Es ist schwer, für diesen Regeln aufzustellen, aber im Allgemeinen lässt sich hierüber 8agen, dass die Sprache das Echo der Gedanken sein soll, der erhabene Gedanke einen edleren, das zärtliche Gefühl einen sanfteren Ton, als den des gewöhnlichen Gesprächs, anzunehmen habe. Wenn aber die allergewöhnlichsten politischen Tagesnachrichten in ein so weites, blumenreiches, orientalisches Gewand gehüllt werden, dass der nüchterne Leser Mühe hat, die Wahrheit von der Dichtung zu unterscheiden, so ist solche schwülstige Weitschweifigkeit fast unerträglich. Der andere Fehler betrifft den Inhalt der literarischen Arbeiten und Notizen. Wenn dieselben Beachtung und Berück-, sichtigung seitens der deutschen jüdischen Gelehrten finden wob len, so darf vor Allem die Kritiklosigkeit sieb darin nicht so breit machen, und jeder noch so geistreiche Witz oder pikante Einfall sich nicht als ״gelehrte Notiz‘* ausgehen. An Stelle des pilpulstisehen Elements muss strenge Wissenschaftlichkeit treten, die der Grammatik, Exegese, Archäologie und Historie verantwortlich ist. Zu diesen Wünschen fügen wir noch den der grösstmöglieben Verbreitung dieser hebräischen Wochenschriften hinzu, deren äussere Ausstattung nichts zu wünschen übrig lässt. Rahm er. #- Frankel, Monatsschrift. X. 12. 38