Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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228 Recensionen and;Anzeigen. Achtzehn Vorträge, ursprünglich in jüdischen Kreisen gehalten, werden hier veröffentlicht, ״um dazu‘beizutragen, dass das. Verhältnis8 zwischen Christen und Juden sich immer mehr den Principien der Humanität entsprechend gestalte." Zu diesem Zwecke erörtert der Herr Verf. neben rein religiösen Fragen auch manche von socialem Interesse (z. B. ״Woher kommt die Klage über zunehmende Armuth?"), indem er in dem Einflusse der Religion auf das Leben das sicherste Mittel und die festeste Garantie für die immer mehr fortschreitende Humanität erblickt, zu deren Endergebnissen auch die Gleichberechtigung und Gleichstellung aller Confessionen gehört. Das Buch ist zum ״Volksbuch" bestimmt und soll namentlich der aus Unkenntniss der jüdischen Lehre her vor gegan gen en lieblosen Be - und Verurtheilung der Juden entgegenarbeiten, und gerade dieser gegenüb er die ewigen Humanitätsprincipien des Judenthums betonen. Wir haben uns aufrichtig gefreut über die echt menschliche und darum eben ״jüdische" Gesinnung־, die wir in den Vorträgen gefunden, und die Wärme der Empfindung, mit der sie geschrieben, legt ein ehrenvolles Zeugnis8 von dem sittlichen Ernst und dem Eifer ab, mit dem der Verf. sich seiner Aufgabe entledigt; wir sind gewiss,, dass manches Saatkorn, auf weichen Boden fallen, mancher Gedanke in dem Herzen der Leser zünden wird — soweit das Buch für jüdische Leser bestimmt ist. Anders verhält es sich mit der vom Verf. beabsichtigten und erwarteten Wirkung auf Nichtjuden. Er lässt sich hierin unseres Erachtens von seiner idealen Anschauung etwas hinreissen, und vergisst, dass neben dem zu allgemeinen Titel des Buches, auch die Stellung des Verf. im Leben, und Inhalt und Form des Werkes diesem Bestreben hemmend in den Weg treten müssen. Denn die. Vorträge sind im Ganzen und Grossen nichts mehr und nichts weniger, als Predigten im Tone der Predigt aus dem Munde eines Rabbinen,־ und auf die aus diesen Umständen erwachsenden Nachtheile brauchen wir kaum hinzuweisen. Wir haben deshalb diese ״Vorträge" von vornherein nur als ״Casualreden" betrachtet, und wünschen denselben als solchen einen recht weiten Les.erkreis. — Druck und Ausstattung sind empfehlend. ... 18.