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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 10 · p. Seite 392

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 10
Article
[Nachricht] / Frankel, Zacharias
Date
1860-01-01
Page
Seite 392 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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392 Notizen. son gehaltenen Rede, aus der wir einige Stellen herausheben: ״Man kann mit der,absolutesten Wahrheit ,behauptendaß Wohlthätigkeit das tieft und unauslöschliche Charakterzeichen des Juden sei. Welche Fehler er auch habe, und er hat ohne Zweifel manche, und warum nicht? Ist er nicht eim Sterblicher wie Alle?.; Aber er ist «in fühlendes Wesen. Er ist nicht ein hartherziger und un« menschlicher Elender, der die Leiden seiner Mitgeschöpfe, mögen sie seinem oder einem, anderen Stamme angehören, gleichgültig an« schauen kann. Liebevoll, gütig , mitleidig sein, dem Armen geben, den Kranken pflegen, den Nackten bekleiden , für die Waise sorgen sind die ersten Grundsätze der jüd. Religion. Diese höchsten Attri- Hute eines wahren Glaubens sind nicht erst das Product des neuern Fortschrittes auf der Leiter derMoral : sie waren die auf dem Altar unserer',heiligen Religion zuerst niedergclegten Früchte, sie bilden-seit dem frühesten Entstehen des mosaischen Glaubens die Basis jeder wahren Frömmigkeit. Der Jude wurde in früherer Zeit falsch dargestellt: er wurde nicht geachtet als ein mit den erhabensten Gefühlen begabtes Wesen, die rohe Masse wurde verleitet, den Juden nur für Ein Gefühl empfänglich zu betrachten, nämlich Geld zu häufen. Was hatte er nach seinen Verläumdern mit Studium, Wissenschaft und Civilisation zu thun? — Erft vor einigen Tagen wurde mir eine deutsche Münze gezeigt, welche den Juden in einem sehr verächtlichen Lichte darzustellen versucht. Der Künstler hat wahrscheinlich Shakespear's ״ Sieben Alter des Menschen " gelesen, und dieses brachte ihn auf die Idee sieben charactercstische Bilder auf das Blatt aufzutragen. Ich will nur die drei vorzüglichsten Bilder aus der Gruppe herausheben. Das erste zeigt einen den Blick aus den Boden richtenden Pächter, welcher sagt:, ״ ich ernähre euch Alle ". Das mittlere einen Juden, welcher eine höhere Stelle einnimmt und mit einem Blicke auf sei- Wi Sack oder Waarenbündel spricht: ״Ich lebe durch meinen Gewinn". Das letzte einen König, welcher am anderem Ende, in gleicher Linie mit dem Pächter stehet und spricht: ״Ich besteuere euch Alle". . . . :״■ Der Künstler vermeinte gewiß einen starken Hieb gegen die Neigung des Inden zum Handel und seine Liebe zum Gewinn zu führen. Doch er hat, da er ihn in die Mitte'stellte und ihn über die anderen erhob, unwillkürlich ihm seinen richtigen Standpunkt und seine eigentliche. Bestimmung angewiesen. Der Jude, der sich

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