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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 9 · p. Seite 337

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 9
Article
Antonio José da Silva
Date
1860-01-01
Page
Seite 337 (sequence 7)
Language
German
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Antonio Joss da Silva. 337 er'ihres unzüchtigen Lebenswandels wegen gezüchtigt hatte. Aus Rache und auch wohl von feindlich Gesinnten aufgehetzthatte sie ihre Herren als rückfällige Juden angeklagt. Sie aber ereilte zuerst die wohlverdiente Strafe ihrer rachsüchtigen Verläumdnng. Denn gleich Leim Betreten der Kerker wurde sie so voin Schrecken ergriffen, daß sie binnen wenigen Tagen den Geist aufgab, der nicht minder schwarz war wie seine Hülle. Der Proceß gegen den unschuldigen Dramatiker wurde nun eingcleitet; es fehlte an beweiskräftigen Gründen. Die Richter suchten sich daher durch seine Gefangenschaft selbst solche bindende Beweismittel zu verschaffen. Aus den Acten seines Processes, die nur in dem königlichen Archive von Torre do Tombo sich ausbewahrt finden und über welche Varnhagen zuerst einen authentischen Bericht gegeben 2 3) hat, geht nämlich hervor, daß die Gefangenwärter beauftragt wurden, durch die in den Deckenecken des Kerkers angebrachten Spionirlöcher Antonio Jose zu beobachten. Diese sagten zwar aus, daß sie oft gehört hätten, wie er christliche Gebete mit Andacht gesprochen, habe; Einige nur fügten hinzu, daß er am bestimmten Tagen keine Speiser! zu sich genommen habe. Dieses Fasten wurde nun als ein den mosaischen Vorschriften gemäß beobachtetes gedeutet, und bildete nebst den Angaben eines absichtlich mit ihm zusammen Eingesperrten die einzigen Beweise seiner Schuld. Antonio Jose betheuerte stets seine Schuldlosigkeit, doch vergebens, es hals ihm nichts, daß er sich auf das Zeugniß angesehener Männer berief, wie des Vorstehers der königl, Münze v. Mathias Ayres Ramos da Silva Eoa und des Grafen von Ericeira, des talentvollen Dichters der Henriqueida, die bis zu seinem Tode ihm treue Freundschaft bewiesen2); daß Geistliche, sogar Dominicaner, seinen Eifer in Erfüllung der religiösen Gebräuche bezeugten; selbst die Gunst und Verwendung des Königs Jvüo V. konnten den zum zweiten Male vor die Schranken des Tribunals Citirten nicht retten. Schon am 11. März 1739 wurde das Urtheil gefällt, das ihn dem weltlichen Gerichte zur Bestrafung und zwar am Leben 2) Adolpho de Varnhagen, Florilegio da poesia brasileira (Lisboa 1850) 207 ff. und Wolf 1. e. 10. 3) Peseira de Silva, 1. c. 262, 266. Frankel, Monatsschrift. IX. 9. 26

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