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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 6 · p. Seite 240

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 6
Article
[Nachricht] / Frankel, Zacharias
Date
1860-01-01
Page
Seite 240 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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240 Notizen. den theologischen Wissenschaften waren nicht minder bedeutend; das Jahr 1861 würde ihn am Ziele der Studien angelangt und zum Rabbiner promovirt erblickt Habens. In den im Seminar gehaltenen Predigten zeigte er viele homiletische Gewandtheit und ein tief religiöses Geinüth; und sein Ruf hatte sich schon so verbreitet, daß die Gemeinde zu Kosten ihn zu ihrem Rabbiner designirte. Da raubte ihn nach einem kurzen Krankenlager der Tod! Es scheint, daß er mit dessen Vorausahnung am letzten Tage des Pessachfestes die Kanzel betreten hatte; er deutete da die Worte Hoheit 1, 16 : ״Auch ist unser Bett grün", ״legen wir uns in das allen Sterblichen bereitete Bett, so grünt uns die Hoffnung der Unsterblichkeit.^ Und in solcher Fassung ergab er sich in den sich ihm nahenden Tod, sprach mit seinen Freunden das Schema und ״in seine Hand übergebe ich meinen Geist — der Ewige ist mit mir, ich fürchte nichts." Die Trauer bei der Kunde von seinem Hintritt war allgemein: in einem Jahre an dem Ziele seines mit vielen Mühseligkeiten (der edle junge Mann ernährte mit aufopfernder Anstrengung seine Geschwister) verbundenen Strebens und er wird abgerusen! — Dem unübersehbaren Leichenzuge — der Verstorbene war allgemein geschätzt — schloß sich eine Deputation des Vorstandes der Gemeinde zu Kosten an, die ihrem designirten Rabbiner, zu dessen Besitz zu gelangen ihr nicht beschieden war, die letzte Ehre erweisen wollte. Tief trauernd standen am Grabe die Lehrer des Verstorbenen, die eine der schönsten Blüthen des Seminars, einen einstigen Religionslehrer, der in kurzer Zeit Zeugniß für die Bestrebungen dieser Anstalt ablegen sollte, vernichtet sahen; unsäglicher Schmerz drückte sich aus dem Gesichte seiner College» aus, denen er ein warmer Freund, ein unermüdsicher Theilnehmer und ein aufmunterndes Vorbild war: und auch als Lehrer wurde er tief beklagt, da er als Hülfslehrer am Lehrerseminar wirkte, und wie liebevoll war er gegen die jungen Zöglinge! — Sein College, der Hörer Herr Dr. M. Güdemann, gab der allgemeinen Trauer in einer Rede Ausdruck, die an die Worte Koheleih 5, II: ״Süß ist der Schlaf des Arbeiters, hat er wenig oder viel genossen" anknüpfte und mit denÄorten ״unser Bett ist grün" und der vom Verstorbenen ihnen gegebenen Deutung, endigte. Und hierin liegt auch der Trost für den über den Hintritt dieses trefflichen jungen Mannes noch immer lebhaft empfundenen Schmerz. , Frankel. 1) Auch ist er als Mitarbeiter dieser Monatsschrift zu nennen; die mit €. Unterzeichneten Recensionen rühren zum größem Theile von ihm her.

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