Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 6)
- Language
- German
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Notizen. 239 ist doch wohl mehr Glauben zu schenken als 74״ von Sebastian Brunner mit gebrachten Fällen" und den ״Biographien von Kindermorden von einem kaiserlichen Appellationsrathe Wir schließen mit tiefer Hochachtung vor dem Gericht, das frei von Vorurtheilen und Furcht vor Höheren ein Urtheil sprach, das weiten Wiederhall finden wird. Die Motive des Urtheils sagen laut, welcher Geist sich in Oesterreich kundgibt, und daß trotz der von einer Partei gemachten Bestrebungen, die Finsterniß früherer Jahrhunderte zurückzuführen, das Licht unaufhaltsam vorwärts dringt. Wir rufen aber auch ein macte virtute dem Redacteur der Ost-Deutschen Post zu, der durch Schrift und Wort siegreich für Licht und Wahrheit kämpfte. ׳ Frankel. Notizen. Nekrolog. Geht der an Jahren reise Mann zu Grabe, so wird er nach seinen Verdiensten betrauert, doch mildert der Gedanke, daß er der Natur den ihr schuldigen Tribut gezollt, die Trauer. Wird hingegen in der Blüthe der Jugend ein zu vielen Hoffnungen Berechtigender der Erde zurückerstattet, welcher tiefe Schmerz ergreift da Nahe- und auch Fernstehende! Einen solchen Schmerz erfuhr das jüd. theolog. Seminar zu Breslau durch den am 8. Maid. I. erfolgten Hintritt des Hörers vr. Herrmann Seligsohn. Zu Wolstein, Großherzogth. Posen, im I. 1833 von mittellosen Eltern geboren, verlor er diese im frühen Alter! der eilfjährige Knabe fand in dem Herrn Rabbiner vr. Hirschfeld zu Gleiwitz, damals zu Wolstein, einen zweiten Vater: er wuchs in seinem Hause und unter seinen Augen heran und besuchte später mit vielem Erfolg« das Gymnasium zu Gleiwitz. Nach zurückgelegtem Maturitätsexamen trat er bei Eröffnung des Seminars im I. 1854 in dasselbe ein und erwarb sich bald durch Fleiß und gründliches Studium die Achtung der Lehrer. Unter eineur bescheidenen, sehr anspruchlosen Aeußern verbarg Seligsohn einen forschenden, eingehenden Geist, und schon im I. 1855 wurde bei der vom Seminar gestellten Preisaufgabe seiner übergebenen Arbeit der Preis zuerkannt, und ebenso wurde seine Arbeit im I. 1856 gekrönt.׳ Im I. 1858 übergab er der Breslauer Univerfität seine Differtation äs duabus Hierosolymitanis Paraphrasibus, die einen tüchtigen Innern Werth hat und über das Targum jeruschalmi zum Pentateuch bedeutenden Aufschluß gibt. Er promovirte als phil. Doctor, magna cum laude. Aber auch seine Fortschritte in 18*