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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 11 · p. Seite 432

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 11
Article
[Rezension] / B-b
Date
1859-01-01
Page
Seite 432 (sequence 2)
Language
German
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432 Recensionen und Anzeigen. schuldigen Tribut der Anerkennung und hoffen, daß der nächste Jahrgang das Versäumte nachholen wird. : Die geschichtliche Monographie ans der Feder des Herrn Dr. Graetz zu Breslau, die wir stets an der Spitze des Jahrbuches zu finden gewohnt sind, führt uns diesmal das ansprechende Bild des berühmten Minister-Rabbiners Samuel Jbn-Nagräla vor und schließt sich würdig an die Zeichnungen des Jeremias, Ezechiel und des Herzogs von Naxos an. — Sonst begegnen wir unter den Mitarbeitern einigen neuen, wenn auch anderweitig literarisch bekannten Namen. Nur darf uns der Herr Herausgeber nicht verargen, wenn wir dieses Mal seine gewohnte Umsicht bei der Wahl des Inhalts nicht überall bethätigt finden. Denn wie hätte es sonst geschehen können, daß ׳ wir in einem ״Jahrbuche für Israeliten" allen den beliebten Ehrennamen und Epitheta's des Talmuds begegnen, (vgl. den Aufsatz von Herzberg-Fränkel S. 46), die uns durch Eisenmenger und Consorten hinlänglich bekannt sind? Oder wie durste er L. A. Frankl's Dichterruhm durch die Ausnahme einer Zote ä la Heine in Mißcredit bringen, ferner uns ein Machwerk wie ״Hans Ehrlich" vorführ'en, das, eine prosaische Nachbildung des wenigstens poetischen ״Uriel Acosta", mit seinem Vorbilde nur das gemein hat, daß in beiden die orthodoxen. Rabbiner als Heuchler, Lichtfeinde und fanatische Zeloten dargestellt werden, jedoch mit dem bedauerlichen Unterschied, daß bei dem christlichen Dichter die falsche Auffassung des rabbinischen Judenthums aus der Unkenntniß der Verhältnisse entsprungen, während unser moderner Dichter-Rabbi sich einer geflissentlichen Entstellung׳ der Wahrheit schuldig macht, um die Tugenden und Vorzüge des Reforinjudenthums desto Heller strahlen zu lassen. Wem fällt nicht hierbei Lessing's Urthcil über ״die Comödien'schreibenden Pastoren und Predigten schreibenden Comödianten" ein! ׳ Dr. Beer's Literaturbericht ist mit gewohnter Liebe und Geschicklichkeit, aber vielleicht mit zuviel Ausführlichkeit verfaßt, und es dürfte die Frage entstehen, ob unsre Literatur, zu deren eifrigsten und verdienstvollsten Pflegern wir Herrn Dr. Beer mit Stolz zählen, dadurch gewinnt/wenn der Begriff und das Gebiet derselben zu allgemein gefaßt wird. Auch mit den Epitheten ״rühmlichst bekannt rc." dürste ökonomischer verfahren werden. - Zum Schlüsse müssen wir uns eine Berichtigung erlauben. In den historischen Konturen von Dr. M. Letteris wird (,Seite 61) Karl XII von Schweden als ״das Vorbild Johann Sobieski's" erwähnt. Diese Angabe beruht wohl auf einer Verwechselung, und soll hier Gustav Adolph gemeint

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