Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 2)
- Language
- German
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318 . ReceNsionen und Anzeigen. nicht erfreuen.konnten. Diese wissen es dem Herausgeber Dank, daß er den Gedanken ausführte, die zerstreuken Gedichte des ersten Weltschmerzdichters, die zarten und glühenden Lieder Jbn Gebirols in einen Divan zusammengetragen. Hr. Dukes ist wie kein Anderer dazu befähigt, da er di« meisten Bibliotheken Europa's, die Fundorte indischer Literaturfchätze, durchsucht hat. Die Sammlung enthält neun und sechzig Nummern der Weltlichen Poesie Jbn Gebirols; die poetanischen Stücke hat der Herausg. mit Recht weggelassen. Wir können es nur billigen, daß er manche Gedichte, die bereits früher hier und da veröffentlicht wurden, in den Divan ausgenommen hat. Freilich hätte er die Forscher noch mehr verpflichtet,״ wenn er die Fundorte jedes Gedichtes angegeben, wenn er ferner mit Akribie die Texte abgedruckt, und wenn er endlich, statt willkürlicher Ueberschristen, dieselbe so hingesetzt hätte, wie sie in den Handschriften lauten. So hat das Gedicht No. 28 (im Codex Pacoche der Bodleiana) wir mir ein Freund aus Autopsie mitgetheilt, die Ueberschrist: על פטירת ר׳ שמואל ת^יד. Dafür hat Herausg. unbestimmt hingesetzt: ועוד לו לכבודו , mit Beziehung auf die vorangehende Nummer, und diese wiederum bezieht sich auf No. 27, deren Ueberschrist lautet: י. שיד לכבוד ר' שמואל Der Herausgeber hat die Ueberschristen nach seiner Vermüthung hingestellt,. daß sämmtliche drei Nummern auf Samuel Nagid gedichtet sind. Diese Vermuthung ist. aber durch den Inhalt von No. 26 leicht gerechtfertigt, während No. 18 sicher auf den Tod dieses jüdischen Fürsten gedichtet ist. Für die jüd. Geschichte ist es interessant zu erfahren, daß Jbn Gebirol zu dem Minister des Hofes von Granada in einem freundlichen Verhältnisse stand, und daß dessen Tod seinem Gernüthe Schmerzenstöne entlockt hat. Wahrscheinlich sonnte sich der Dichter, als ׳ er von Saragossa ausgewiesen wurde (1045), in der Gunst des großen Mäeens von Granada. ׳-׳׳?:-Wir können diese Sammlung den Freunden der jüdischen Literatur nicht genug empfehlen: Salomo b. Gebirol hat in jüngster Zeit unter dem Namen Avicebron oder Avicebrol durch Munks treffliche Darstellung ׳seines Philosophems׳ und Vr. Joels Ergänzungen, die Aufmerksamkeit eines größer« Publikums auf sich gezogen. In diesen Gedichten lernen wir sein tief elegisches Gemüth, die AnMuth seiner Poesie, seine Freunde und Feinde kennen. Möchte das Publikum den Herausgeber in den Stand setzen, seine reichen literarischen Schätze zu veröffentlichen. - G.