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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 2 · p. Seite 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 2
Article
Prof. Dr. J. B. Roth's Reisen in Palästina
Date
1859-01-01
Page
Seite 79 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Notizen. 79 die wichtigeren Punkte im Gesichtskreise; selbst die Lage von Hebron war ein Gegenstand des Streites, bis mein Fernrohr denselben entschied. Die Verbindung zwischen den beiden Städten ist schwieriger, unsicherer und seltener, als die zwischen Kerck und Hebron; es wird zwar nur eine starke Tagereise gerechnet sowohl von Tafileh als von Kerek nach dem Ghor Safieh, wo-sich die Straßen vereinigen, und die Route aus dem S.-O. ist um einige Stunden kürzer als die nordöstliche, aber so schlinun ist die erstere, daß sie höchst selten mit Lastthiercn betreten wird. Als Ibrahim Pascha Syrien zu räumen gezwungen wurde, (1840), wollte er den Gepäcktroß durch den Paß von Kanzereh in die Araba herabsteigen lassen, alle Kameele kamen dabei um, das Gepäck wurde im Stiche gelassen, und fiel den Beduinen in die Hände, die noch jetzt den guten ägyptischen Säbel umgürten. Der Schech von Tafileh und mein freundlicher Wirth wollten mir das Geleite geben bis zur Grenze des Distriktes; unter den obwaltenden Umständen war das Anerbieten annehmbar. Nachdem wir den Hügel hinabgestiegen waren, säst in nördlicher Richtung, kamen wir durch angebautes Hügelland, das zum Theil eben jetzt wieder umgebrochen wurde für die Herbstregen, denn reichlich die Hälfte des urbaren Landes liegt für Jahre brach. — Wir ritten durch ein großes Dorf von etwa hundert guten Häusern, Aime, das ganz verödet und verlassen war; nach einer weiteren Stunde trafen wir die Bewohner in einem Zeltlager bei Ain-ct-Thaa, wo wir nicht nur Bewirthung annehmen, sondern auch über Nacht bleiben mußten. Meinen Begleitern und mir (10 Personen) zu Ehren wurden 8 Schafe und 2 Ziegen geschlachtet und das Fleisch so vertheilt, daß jedes Zelt für seine Bewohner ziemlich gleiche Portionen bekain. Die Zubereitung war einfach, es wurde in Molken von Ziegenmilch gesotten. 31. März. Es waren noch zwei Stunden Weges bis zum Anfang des Passes Labrasch, der für sich selbst acht Stunden in Anspruch nahm. Eine so wilde Zerrissenheit wie hier war mir noch nicht vorgekommen. Der bunte Sandstein, an vielen Stellen mit Thoneisen und wirklichem Bluthsteine, unbedeckt von jüngeren Gebilden aber ausgewaschen zu den sonderbarsten Formen, war durchkreuzt und verworfen von Trappgängen, die regellos ohne Centrum und ohne Anschluß, hier und da hervorstarrten. Kein Grün mili>erte die düstern Farben und die Mittagssonne hatte das Gestein so erhitzt, daß eine beklemmende Luft aufstieg. Die äußerste Anstren- 6*

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