Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / -n.
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 461 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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SRcccnfiorien und Anzeige». 461 Unterhaltung bietet; aber es ist mehr als nützlich, es ist nothwendig. Unsere Gegenwart leidet an einem schweren Nebel: das Interesse für das religiöse und nationale Element schwindet in dem Maße, als der Unterricht in der Religion und d!r Bibel aus der Schule verdrängt wird. Meistens gilt dies von einem grasten!heile unserer Gemeinden. Gymnasien und andere höhere Lehranstalten tragen dem religiösen Bedürfnisse der jüdischen Jugend gar nicht oder doch nur wenig Rechnung. Elementarschulen kleinerer Städte leisten im Allgemeinen auch nur Mittelmästiges. und so sehen wir mit Bedauern bei unserer jüngeren Generation, für deren sonstige Bildung alles Mögliche geschieht, einen religiösen Indiffercnlismns, die Folge grober Unwissenheit im Gebiete der Religion und nationalen Geschichte, einreisten, der uns mit gerechten Besorgnissen für die Zukunft erfüllt. Tie Gründung jüdischer Schulen soll diesem Uebel steuern; man fängt an das Bedürfnis; nach solchen zu empfinden — wir vcrweisen auf die seit einigen Jahren errichtete höhere Gemeindcschule in Glciwitz. — Für jüdische Schulen ist das Buch berechnet, in solchen wird cs seinen Zweck erfüllen, die religiöse Erkräsiigung des Geistes und Gcmüthes der israelitischen Jugend zu befördern. Tie Schule hat die doppelte Aufgabe, für das sociale und das religiöse Leben zu erziehen, doch kann für die letztere beim besten Willen fern so großes Zeitmaß verwendet werden, als die Ausbildung für das bürgerliche Leben beansprucht. Aber ohne directe Unterrichtsstunden für alle Zweige einer wünscheuswerthe» jüdischen Gcsammtbildnng anzusctzcn, kann der Lehrer mit Hülfe eines Buches, wie die Nimmonim, der Jugend ein gewissermaßen cneyklopädisches Wissen beibringen. .— Das Buch enthält in neun Abschnitten eine gediegene Auswahl Geist und Genlüth bildenden Materials, zum!heil ans der Feder nam- Hafter Schriftsteller. Wir wollen, da wir das Ganze loben müssen, mit dem Herausgeber nicht um Einzelheiten rechten, obwohl sich natürlich auch hie uitb da Ausstellungen machen ließen, so z. V. daß die biographische Skizze Flavins Iosephus nach dessen Selbst« biographie bearbeitet ist und erst hinterher eine Rote, um der Kritik gerecht zu werden, die vorhergehende Darstellung beinahe ncgirt. Dies must den jugendlichen Leser in seinem Urtheil irre machen; der Herausgeber hätte in seiner Darstellung sich lieber von vorn herein nach Len Resultaten der historischen Kritik richten sollen. — Wir können somit das Buch auf das Beste cnipfehlcn. Ob es aber ein anderes Lesebuch, das im Geiste der erstcreu, von uns angcdeuteten Aufgabe der Schule gehalten wäre, entbehrlich macht — der Heraus«