Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die portugiesischen Entdeckungen und Eroberungen in Beziehung zu den Juden
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829220-2829233-2856157--04523-2856183- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dir portugiesischen Entdeckungen und Eroberungen re. 435 und Mannigfaltigkeit $u verschaffen, das war das hohe Ziel, welches der aufgeklärte Seefahrer sich gesteckt hatte. Mit begeistcrtcr Liebe, mit Ausdauer und Beharrlichkeit widmete er sich der Astronomie und — Juden leisteten mit ihren Kenntnisse» und Erfahrungen seinem Vorhaben den ersten Vvrfchub. Durch Juden gelangten über die in Handelsangelegenheiten von ihnen bereisten ihm unbekannten Gegenden die ersten Nachrichten zu ihm, durch ihre Mittheilungen steigerte sich seine Vermnthung zur Gewißheit, daß ein Weg von Europa nach Indien gefunden werden tonne, und jedem jüdischen Wandersmann aus weiter Ferne ward bei dem leutseligen, auf feiner Sternwarte lebenden Prinzen die freundlichste Aufnahme. Die Insel mit dem ewigen Frühling, Madeira, die Heimalh des Stammvaters der berühmte» Belmontech, wurde von ihm entdeckt. Stürme und Empörungen im Innern zogen die Portugiesen ans einige Zeit von den Unternehmungen ab. Alfonso V. lebte und webte wieder in Afrika, sein Geist war dort, wenn auch feine Person in Portugal weilte, er'wandte seine ganze Thätigkeit und des Landes beste Kräfte dem maurischen Afrika zu und erwarb sich selbst den Beinamen des Afrikaners. Jvüo III. nahnt größeres Interesse an den Entdeckungen längs Afrika's Westküste, als au den Eroberungen. Freilich wollte auch er mit dem Einzngsgelde, welches die aus Spanien vertriebenen Inden zahlen mußten, die vom Vater ruhmvoll geführten Heercszüge fortsetzcn, wenigstens schob er dieses als Grund vor, als Einige im Nathe ihm vorwarfen, daß cs nicht fromm und christlich sei, die fremden Juden des Geldes und Gewimtes wegen im Lande aufznnchmen. llngeheure Summen flössen durch die die Grenze überschreitenden Inden in den Staatsschatz. JvLo zog nicht aus, seine Flotte segelte nicht nach Afrika's Küste, aber die den unglücklichen Inden gewaltsam entrissenen kleinen Kinder wurden nach jenen erst kurz zuvor entdeckten Juselu geschickt, wo kein Mensch wohnte und nur Eidechsen und Krokodile die lebenden Wesen ausmachten. Die den Juden betrügerisch abgenommenen Crusaden wurden bei dem Tode Jvüos vollständig und 3) Vgl. meine Romanische Poesien der Juden in Lvanien, 2*». 32*