Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Hamburg
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 11)
- Language
- German
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- Emden 1× ep/1044505
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418 Zur Geschichte der Juden in Hamburg. und wir erfahren ans diesem Schreiben, daß Frcidtburch,^ Hannover,5 * * 8) Minden, Hi l des heim, '׳) Güttingen, 9iottcn,8) Dortmund, Hamm, Emden und Lippe im 16. Jahrhundert Juden zu Einwohnern batten. Der Jude Jsaac, seines Geschäftes ein Perlenhändler, vcrfährt besonders in diesem Schreiben so geschickt, daß man ihm Bewunderung nicht versagen kann. Eindringlicher als in der ersten Petition legt er den« Rath der Handelsstadt das Interesse ans Her;, welches dieser ans der Aufnahme erwachsen würde und er weiß aus Erfahrung, daß, ״wo sich Inden ausznhaltcn und zu wohnen begeben, daselbst auch andrer Handel folge und der Stadt zuträglich werde." Jsaae will ehrlich handeln und nicht Wucher treiben, dessen seine Gegner ibn fälschlich beschuldigt haben; er versichert, daß während seines ersten Aufenthalts in Hamburg er ״allein in der Herberge gelegen und von seinem eigenen Gelde gezehrt habe." Possirlich ist, wie der auf's Rechnen sich verstehende Jude den Rechenmeister für den hochweisen Hamburger Rath spielt. Der Rath mag die von ibm cinznzahleiiden S000 Mark mir aus ״christliche" Zinsen <6'/, ״/,,) auslbun, so könnte er alle Jahr 500 Mark Zinsen einziehe» und im Ganzen 25000 Mark in l2 Jahren verdienen. Ob diese Berechnung sein Fürsprecher gewesen und Jsaac dieses Mal seine Wunsche in Erfüllung gehen sab, ob der Perlcnhändler Jsaac, der alte aus Salz-Uflen, der erste deutsche Jude gewesen ist, welcher sich in Hamburg niederlies;, wird nnS nirgcnds mitgctheilt. ES währte jedoch nicht lange und die Inden passirtcn ohne Widerrede der Geistlichkeit und der Burger Hamburg's Thore. 5) Wahrscheinlich Freiburg in Baden. Lallte er vielleicht aus den im ״alten Lande." an der Elbe gelegenen Flerke» gleichen Nanrenö verweisen wollen? <>) Hannavcr war schon im l t. Jahrhundert van Juden, bewobnt, l.'!5a wurden sie aus dieser Stadt vertrieben. Bergl. Miner in den Noten zur deutschen Ueberseßung des Emek Habbacha (Leipzig 1858) -7) Jsaae nennt diese Stadl Hildessem (siehe auch Pertz. slomuinenta, häufig), wie sie im jüdisch-deutschen Jargon (Hilsscm-Hildessem) noch heute heißt. 8) Nörten ist der wenige Stunden von Güttingen entfernte Flecken Nörten und nicht Norden in OstfrieSland.