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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 10 · p. Seite 394

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
Date
1858-01-01
Page
Seite 394 (sequence 2)
Language
German
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394 Notizen. der jüngsten, welcher diesen so geachteten Nanu» führt, nicht etwa, weil er in der Hauptstadt des Landes lebte, welches vor wenigen Tagen dem ersten Inden nach langen Kämpfen Sitz und Stimme in seinem Parlamente einräumte, sondern aus keinem andern Grunde, als weil er der unbekannteste, wiewohl keineswegs der unbedeutendste von Allen ist. In Braganw. der Hauptstadt der nördlichsten portngicstschen Provinz Traz-vS-Montes, hinter deren Berge viele der vertriebenen Juden Zuflucht und Schutz suchten, lebte vor etwa 170 Jahren Francisco de Castro Alme,)da als verkappter Jude׳, als Cbrist in Portugal, in der Kirche und auf den öffentlichen Plätze», als An- Hänger des Iudcnthums in seinen geheimen Gemächern, und an allen Orten, wo es sich thun liest. Mil Bio laute aus der eben nicht nnbekannten Familie de Mesquita, deren Glieder wir gegen Ende des 17. Jahrhunderts als Agenten der Herzoge voll Braunscbwcig-Lünebürg in Hamburg und Amsterdam alltreffe», ging er die Cbe ein und zeugte mit ihr unsern Iaeob oder Henriquez, wie er nun auch selbst, den Schein des Iudcnthums zu vermeiden, i»! elterlichen Hause, im katholischen Portugal genannt wurde. In der Stadt, in welcher das Stammschloß der jetzige» portugiesischeil Königsfamilie sich besindet, stand di« Wiege unseres Iaeob, dort wurde er i691 geboren. Ans uns unbekannten Gründcll vertauschte Francisco de Castro einige Jahre nach der Geburt seiileS Sohnes, diesen Wohnsitz mit dem kleinen Mertola. Hier wurde Iaeob erzogen, in diesem Dörfchen empfing er den ersten Unterricht. In dem jugendlichen Alter von kaum 17 Jahren bezog dieser Stolz der Eltern die Universität Evora und stndirte dort mit besonderer Vorliebe die aristotelische Philosophie; ein sonst unbekannter Jesuit, Diego Martins, soll sein Lehrer gewesen sein. Iaeob lag seinen Studien mit so außerordentlichem Fleiß« ob, daß er nicht allein alle seine Mitschüler an Wissen überflügelte, sondern auch nach einem dreijährigen Aufenthalte im Jahre 1710 zum Doetor und Magister promovirt wurde. Hierauf begab sich der junge Gelehrte nach Coimbra, um auf Wunsch der Eltern oder aus eigenen, Antriebe Medicin zu studiren und erlangte 1717 das Baccalaurcat dieser Facultat. Nicht sollte seines Bleibens ferner in der Heimat sein, Iaeob verließ das Vaterland. ES dürfte nicht schwer fallen, einen ausreichenden Grund für das plötzliche Verschwinden des jungen Doctors aus Portugal zu finden. Was anders trieb Iaeob. den geheimen Juden, von seinen Musensitzen und vom väterlichen Heerd als das Glaubens-

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