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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 7 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 7
Article
Moses Mendelssohn
Date
1858-01-01
Page
Seite 280 (sequence 2)
Language
German
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280 Notizen. ,,und die Hochachtung für den moralischen Character des Stifters? Sie ״ hätten die Bedingung nicht verschweigen sollen, die ich ausdrücklich hinzu- ״gethan habe, so hätte ich auch Liese noch jetzo einräumen können." Der Necenscnt verschweiget den Umstand wegen der ausdrücklich hinzugcthanen Bedingung und begnügt stch zu sagen : ״ Seine Hochachtung für den moralischen Charakter des Stifters unserer Religion hätte er schon Herrn L. persönlich cingcstandcn." Was für Ursache hat man, meine Gesinnungen anders vorzustcllcn. als ich sie angebe? Der Recensent wußte ja nicht, wie wichtig oder unwichtig die Einschränkung war, die ich hinzugethau, und konnte immer noch voraussetzen, das! ich sie wenigstens für sehr nvthwendig kalten müsse, weil ich Herrn L. darüber in Anspruch nehme. Ich sage in ineincm Schreiben '), daß mir das Werk des Hrn. Boniiet selbst in seiner Art, als Vcrthcidigung der christlichen Rcligion, den Werth nicht zu haben dünkte, den Herr B. darauf setzte, und ick Kälte manche Ncrtheidigung derselben Religion gelesen, die mir gründlicher und pkilosopkischcr geschienen. Der Rcccnscitt führt diese Stelle an, und am Ende sagt er, ich hätte selbst eingcstandc», daß die christliche Religion noch besser vcrtheidigt werden könne, als es in dem Buche des Herrn Bannet geschehe. Die kleinste Wendung, die man meinen Worten giebt, läßt auf meine Gesinnung ein solches Licht fallen. in welchem ich sic mit gutem Gewissen nicht kann erscheinen lassen. Ick kann Nicht cingcstekcn, daß eine Sache noch besser vcrtheidigt werden kann, wenn ich nach meinen Rcligionsgrundsätzcn glaube, daß sic gar nicht vcrtheidigt werden könne, aber ich kann gestehen, von einer Cache, die ich keiner Vertheidigung fähig halte, Vertheidigungcn gelesen zu haben, die mir philosophischer uud gründlicher geschienen, als eine gegebene. Berlin, den l0. Januar 1770. M oscs Men d clssohn. Es dürste unfern Lesern nicht unbekannt sein, daß Lavatcr in seiner Antwort an Mendelssohn vom 14. Februar 1770 aus diese Erwiderung Bezug nimmt und sogar eine ganze Stelle dcrselden wörtlich anführt. Seite 11 seines Schreibens °) heißt cs: ,. Konnte nun der billige Leser nicht gleich merken, daß freilich Ihre Achtung nicht ohne Bedingung, daß sic gar sehr eingeschränkt u. s. w.". und bemerkt Lavater zu dem Wörtchen billig in einer Note: ..״Die feinste Wendung, die man meinen Worten giebt, läßt auf meine Gesinnung ein falsches Licht fallen, in welchem ich sic mit gutem Gewissen nicht kann erscheinen lassen."" ״Dieß sagt Herr Mendelssohn unbilligen Reccnsentcn." Wo? Natürlich an keiner anderen Stelle als in der hier mitgetheilten Erwiderung. Berlin. vr. M. Kayserling.

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