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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 6 · p. Seite 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte der Juden in Danzig
Date
1857-01-01
Page
Seite 209 (sequence 5)
Language
German
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Zur Geschichte der Juden in Danzig. 209 aus.!Polen war aber schon:früh;stark-:vvm.J«-de»: bevölkert, :««V der Polnische Handel wurdegröstentheils durch sie getrieben und vermittelt. Dies konnte nun zwar geschehen, wie häufig noch heute, ohne daß die Verkäufer die Stadt selbst besuchten.! Die Weichsel berührt die Stadt nicht - unmittelbar. Geht man! in -den Sommermonaten ihre Ufer entlang, so erblickt mau, so weit das Auge! reicht,!beide Ufer mit Kähnen und ״Drasten": bedeckt. > Am Steuer Zso manches Fahrzeuges steht ein Mann mit -dem Talith über dem Kopfe und Thephilen ans demselben. Auf der S chrapke, dem, einem gelben Meere ähnlichen, zum Lüften und Reinigen des Weizens bestimmten Raume, steht man Männer, die bei.der Arbeit sich bis auf das ״ Arba Kanfoth" fast entkleidet - Haben! Aus den Hütten heraus treffen die. Tönewomit, die Psalmen abgesungen oder die Frage-,-Antwort- und Ausrüsungs-! Weisen, womit der Talmud durchgekäMpst wird, das-Ohr des Vorübergehenden.: Dort in einer etwas! größern Hütte ist. zuallen: Mopgen-- und Vesperstunden Kadisch und Kedufchah zu vernehmen! Der Stadt bedürfen diese Leute-!fast garnicht, :was sie-brauchen bereiten sie: sich selber,- und die -Rohstoffewerden -ihnen aus-! der Stadt gebracht. Freilich sind diese Erscheinungen bei der jetzt--so, gänzlichveränderten Physiognomie der Zeit nur sehr vereinzelt; aber: es kann von den Wenigen der Jetztzeit mit- Sicherheit - geschloffen -werdendaß! es in den frühem Jahrhunderten bei Allen so war.! Tausende von Juden kamen bis vor Danzig, wo sie oft mit Bangigkeit erwartet wurden; die Korn-- -und Hotz - Kapitäne nahmen ihre Waaren in Empfang und bezahlten -sie; :ein Verlangenin -die Stadt zu gehen! trat nicht zum Vorschein - Einzelne wurden zwar von -großen-Danziger Kausieuten zum Uebersetzen hebräisch geschriebener Briefe: und - zur Behandlung des Koscher- Weins -hier gern gesehen. Vondiesennahm die Gesetzgebung kaum Notiz. Daher mag es kommen, daß aus dem 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts der Juden actenmäßig nirgends Erwähnung geschieht. Das älteste Actenstück, das im.städtischen Archive, die- Juden betreffend sich vorstndet, ist ein ׳Geleitsbrief des Wnigs Kasimir von Polen aus dem Jahre 1476, -für-die beiden. Juden- Zub -und Michaeldenen die Erlaubniß ertheilt ist in den preußischen Landen Händel zu treiben. Mau haßte im. Juden nicht den Juden, sondern wollte sich nur den-Eoncurrenten vom Leibe Halten. Daher heißt es!in dem der Stadt-verliehenen Privilegium 638imirisl1um vom I. 1454: ״Kein Lombarde-: Nürn-

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