Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Danzig
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
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206 Zur Geschichte der Juden in Danzig. auf Rechnung der Bescheidenheit, sondern auf die Furcht, daß das einer Gemeinde gespendete Lob von vier cvntrollirenden Nebengemeinden ein Dementi erfahre. Aber muß denn gelobt, kann nicht auch getadelt, oder keins von beiden, sondern einfach berichtet werden? Tadel ist nur dann gerechtfertigt — selbst gegen Einzelne, wie viel mehr gegen Gemeinden —, wenn er aus dem heiligen Ernste eines religiös-sittlichen Gemüths hervorgeht, das an Besserung glaubt und Besserung wünscht; jene frivole etwonigus scandaleuse, wie sie sich in manchen Blättern wor-, Jahren breit gemacht hat, konnte wohl einige Zeit erbittern, ließ aber z-uletzt ganz gleichgültig. Berichte aber, selbst wenn der Berichterstatter sie mit Humor und schönen Redensarten zu würzen versteht, sind, wenn ihnen die innere Bedeutnng abgeht, dem ernsten -Charakter dieser Zeitschrift nicht angemessen. — Erwarten Sie daher von mir keine Darstellung der hiesigen Verhältnisse, ame sie vor Jahren in einem jüd. Blatte zu lesen war, noch wie die, Replik, welche sich in einem andern Organe dagegen vernehmen ließ. War die erstere ein Tadel ohne Grund, so war die andere eine Abwehr ohne Beweis. Wer die hiesigen Zustände der jüdischen Gemeinden richtig beurtheilen will, Nuß,, es auf Historischer Basis - thun. ׳;, Daß hier Manches., besser sein sollte ,als es ist, wird Niemand in Abrede stellen; aber warum es so schwierig, Etwas zu verbessern, hat in dem Entstehen der Gemeinden seinen Grund. Dieses Entstehen jedoch, so merkwürdig es ist, entbehrt noch bis jetzt einer gründlichen Erörterung. Es hat. sich bis jetzt. Jeher,, der übecsDanzig schrieb, damit begnügt, das Wunder der Pentatchie, das seinesgleichen in der jüdischen Welt sucht, anzustaunen, Niemand aber machte den Versuch, es zu erklären. Diese Erklärung ist aber in der Thal schwierig, und ohne ein Zursickgehen aus frühere-,Jahrhunderte fast unmöglich. Als Quelle jener,vergangenen Zeiten hat aber säst.nur die lleberlieferung der Väter benutzt werden können, weil diejenigen unter den hiesigen Gemeinden, deren Gründung älter als ,das, jetzige Jahrhund ert - .ist, in der- Katastrophe - die. ihrem frühen;; Bestehen den Untergang brachte, alle ihre schriftlichen -Documeirte verloren haben. Nur die Tobten, d. h. ihre- Grabsteine, ,legten Zeugniß .ab, daß auch im ,vorigen-Jahrhundert um Danzig herum jüdische Gemeinden bestanden und in Danzig Juden wohnten, -Aber,her Friedhof, der hier, die Bezeichnung .האסף אי!, עמיו insofern huchstäblich bewahrheitet, als-;wenigstens.-vier der hiesigen Gemeinden,