Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Hammer-Purgstall's Beerdigung [Nachricht]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 2)
- Language
- German
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Notizen. 121 Seinen Morgenruf. vernommen Hat die Welt im Schlafe schwer: Goethe, Nückert sind gekommen. Ihnen nach ein ganzes Heer. Wie es tapfer focht und kriegte! Und aus der Gedanken Schlacht Lied und Weisheit, als erfiegte Gold'ne Beute, heimgebracht! Licht und Geist und Wissensfreiheit, War des Feldherrn Losungswort, War die heilig große Dreiheit, Der er diente fort und fort. Und als. hatt' er nicht gewonnen Hundertmal schon Sieg, um Sieg, Immer wieder die Kolonnen Führt' er in den Geisterkrieg. Ein Besieger selbst der Jahre, Wuchs Begeiferung ihm und Kraft, Schaffend noch mit grauem Haare, Was die Jugend, selten schafft!? Eifersüchtig noch aus Erben, Daß nichts übrig bleib! zu thun: Geistesarbeit ließ, zu. sterben Diesen Kämpfer fash nicht ruhn! Sach zu schönem Heldenthume- Mit dem Schlachtruf: ״Schlag und trag!"*) Und dem Vaterland zum Ruhme Focht er bis zum letzten Tag. Sagt, wo sind die Ehrengarden, Wo der Stolz des Vaterlands? Senken trauernd sich Standarten? Folgt der letzten Ehre Glanz? Doch gebettet ist der Todte Gut und fromm — wir klagen nicht! Zugewandt dem Morgenrothe ׳ Ist sein bleiches Angesicht. Aus dem Morgenlande Erde Haben wir ihm fromm gestreut In die Grube,' daß ihm werde Noch das todte Herz erfreut. Dorte.nher aus goldnen Gärten Blumen bracht er Strauß-um Strauß,, Und ihr gebt ihm zum Gefährten Keinen in das dunkle Haus? Winter ist es, starr die Bäume, Me Blumen todt der Flur — Und auf Auferstehungsträume Sinnt. die׳ schweigende Natur; Ihre Armuth thut der Frommen Um. des Todten willen, weh —- Und; sie läßt: die Wolfen kommen- Mit dem Hermelin, von Schnee; Lässet weich, ihn nieder-wallen. Ein Gedankenfürst liegt da Träumend in des Grabes Hallen: ״Ist der Morgen noch nicht nah?" Ludw. Aug. Frankl. Die ״Chewra-Kadischa" zu Wien hielt, am 8. Lebet. (4. Januar) 1857 eine Generalversammlung-, an die sich ein Festmahl anschloß, dessen Glanzpunkt mehrere sinnige und gemüthvolle Reden bildeten. Aus diesen Reden Heben wir nach, der Seite der Wirksamkeitdes Vereins den Bericht des Vorstehers, der Chewra, Herrn Heinrich. Sichrowsky hervor, der ein treffliches Zeugniß für den Wohlthätigkeitssinn der Israeliten zu Wien ablegt- und zugleich die Mittheilung׳ bringt, daß der alte Friedhof durch ein neu erworbenes Grundstück von 3055 Klaftern vergrößert wurde. Diesem Berichte ging eine Rede des Herrn Predigers- Mann hei m er voran, aus der wir, durch, den *) Spruch in Hammer-Purgstall's Wappen.