Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 14)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aussätze. 109 10. Zusatz: הי כמשפט חטאת העוף cf. Chullin pag. 21 u. 22; das. 15, 18 ואתתא תניתא cf. Jebamoth 34b אותה: פרט לכלה (und Commentar zu Jonath. in den Wiener Ausgaben); das. 15,23 ההיא יתבא על קצתיהcf. Mischna Sabim 5, 4. 5 und Sisra Mezora Parsch. 4. In Controversen der Tanaim und Amoraim stimmt -seine Halacha mit der als Norm sixirten Ansicht überein; so u. A. Levit. 17, 13 zu וכמהו כעפר hat er ואין- לא מתקלקלא וכה , wie die Lehre des R. Schimeon, Chullin pag. 81. Um so auffallender aber sind bei dieser Sorgfalt einzelne Willkürlichkeiten des Paraphrastcn; so Levit. 4, 15 gegen die Lehre über סמיכת זקנים Synhedr. 4b; das. 10, 16 .והנה שורף Jon. ואוקידו תלתיהון »gU Nascht z. St.; und was jedenfalls das Auffallendste bleibt Num. 19, 4: ויברקינה כי״ה טרפות, während im Talm. Chullin p. 11 das Gegentheil ohne Eontroverse angenommen wird. In solchen Fällen tritt die Eigenthümlichkeit des hagad. Paraphrastcn hervor, der sich ebenso wenig scheuet eine Halacha in nicht gerade wesentlichen Punkten nach seiner Tendenz zu amplificiren, als er nicht Anstand nimmt, den biblischen Geboten nicht in der Schrift ausgedrückte, ethische und rationelle Motive unterzulegen. — Vielfach besprochen ist die gegen das ausdrückliche Verbot der Mischna paraphraflrte Stelle Levit. 18, 21: 6ומן זרעך לא תחן בתשמישתה לצד בת■ עממין). Die Paraphrase scheint durch die eigenthümliche Stellung dieses Verbotes veranlaßt, da vorher von verbotenen Ehegraden und später von Keuschheitsgesetzen die Rede ist; Jonath. scheint aber durch den Zusatz למעכרא לפולחנא נוכראה (vergl. auch das. 20, 4, wo wörtliche Uebersetzuug) diese alte kühne Paraphrase paralysircn zu wollen. Sonderbar bleibt ferner die Dentung des Verbotes לא תהבל רהיט ורכב Deuter. 24, 6 ולא יה וי גבר אסר התנין וכלין וכו', die Jonathan und Jerusch., gleich haben. Daß Levit. 19, 26 ולא חהוין אחורי סנהדרין עיינין ein Corruptcl und wie Deuteronom.. 18, 10 zu lesen אחורי oder חרורי עיינין, ist bereits von R. Jacob Emden im Matpachath bemerkt: durch einen ungeschickten Abschreiber ist die an den Rand eines Codex vermerkte Stelle des Tälm. סנהדרין in den Text gekommen und dann mußte ans אחורי fälschlich אחורי werden. Wir haben hier eine Skizze der Jonathan'schen Paraphrase zu entwerfen versucht und sie zu diesem Zwecke im Allgemeinen betrachtet. Gehört sie auch nicht zu den originellen Schöpfungen des jüdischen Geistes, welche das Judenthum in neue Bahnen geleitet, oder als Ausgangspunkt für eine neue literarische Richtung gedient: so reflectirt sie 6) S- N. S. Edels und N. L. Heller .Megill» 4, 9.