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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 8 · p. Seite 318

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 8
Article
[Nachricht] / Frankel, Zacharias
Date
1856-01-01
Page
Seite 318 (sequence 2)
Language
German
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318 Notizen. mittel», aber mit desto größerem Vertrauen aus Gott ausgerüstet, ״den nichts Malt zu helfen mit Vielem oder mit Wenigem", muthig an das Werk. In welchem Geiste unternommen wurde und noch gegenwartig anSgefübrt wird, sprechen folgende treffliche Worte des BerichterstatterS: ״Bei meinen Glaubensgenossen gab es keine Waisenhäuser, weil jeder fromme Israelit es als die heiligste Pflicht betrachtete, Waisenkinder an KindeSstatt anzunebmen und wie die seinigen zu erziehen... Eine fromme Sitte, die noch heutigen Tages hie und da vorkommt. Aber jetzt, bei den veränderten Zeitverhältnissen, wo auch unter uns Waisenhäuser ein unabweisbares Bedürfniß sind, müssen dieselben, n׳enn sie eingerichtet werden, jedenfalls im Geiste unserer b. Religion, d. >׳. so eingerichtet werden, daß sic den Waisen Ersatz für das verlorene Elternhaus, ja ibnen ein zweites Elternhaus gewähren . . . Mein Wablspruch ist: Waisenkinder sind nicht arme Kinder, denen man blos Obdach und Brot zu reichen bat, sondern Waisenkinder sind elternlose Kinder, die vor allem elterlicher Liebe, ein Vater- und Mutterbcrz bedürfen. DaS Waisenhaus muß, wenn cö seinem Zwecke wabrbaft entsprechen soll, ein Elternhaus für Waisen sein."— Am 3<l. Avril 1333 wurde die Waisen-Erziehungsanstalt mit vier Knaben eröffnet, und sie zählt gegenwärtig drei und zwanzig Zöglinge-, wäbrend der Zeit ihres Bestehens haben zwei und achtzig Waisenknaben Verpflegung und Erziel׳ung erbaltcn. Der Bericht bringt Ausführliches über die Ausgeschiedene», von denen die Meisten zur Wissenschaft, Kunst »nd Gewerbe übergingen, und Manche eine selbstständige ebrenbafte Stellung in der Gesellschaft einnehnien, und verbreitet sich über den gegenwärtigen Zustand der Anstalt, über die geistige und körperliche Pflege der Waise», die innere Einrichtung, die tbeilweisc getroffene Verbesserung »nd Vervollständigung des Vorhandenen u. s. w., auch wird eine kleine Chronik des abgelaufenen IabreS gegeben. Wir zollen unsere vollständige Anerkennung den bleibenden Verdiensten des unermüdlichen Dircetors-, aber nickt minder!nackt der Wobltbätigkeitssin» der Berliner, der sick in den im Bericht angegebenen tbeils jäbrlicken tbeils eventuellen Beiträgen so trefflick ausspricht — die Anstalt besitzt gegcnwärtig einen Fond von 5‘2,1(>1 Tbalern — einen scbr freudigen Eindruck. In hohem Maße haben Frauen das das weibliche Genintb bezeichnende und erhebende Gefühl für Milde und Woblthun knndgegeben: an der Spitze der Anstalt steben neun Ehrenmütter, welcl-e nach den Worten des Berichts .Mutterstelle bei den Waise!» vertreten". Durch den Erfolg seines Unternehmens ausgemuntert, ging Herr A. im I. 1843 an die Gründung einer WaisenerziehungS-Anstalt

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