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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 12 · p. Seite 467

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 12
Article
[Nachricht]
Date
1855-01-01
Page
Seite 467 (sequence 2)
Language
German
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Nekrologe. 467 fast unzertrennlich verwachsen sind. — Chajot's Schriften und Abhandlungen sind zahlreich; sie umfassen fast jeden Zweig des talm. Gebiets. Sie zeigen mitunter Spuren von Eile, und es ist um so tiefer zu bedauern, daß der zeitliche Hintritt dem Vers, nicht eine nochmalige Revision gestattete. Doch auch in der gegenwärtigen Gestalt enthalten die Schriften Ehajot's einen ungemein reichen Schatz des Wissens, der den Forscher mit Dank gegen den Verstorbenen erfüllt, der sich in ihnen ein dauerndes Denkmal setzte. Friede sei mit ihm! Wir haben die fernere traurige Aufgabe, den fast um dieselbe Zeit erfolgten Hintritt eines andern Gelehrten zu melden: am 6. Oktober d. I. verschied zu Görz Isaak Reggio. Sein Name ist in den jüd. Literaturkreisen zu bekannt, als daß wir aus seine näheren Lebcnsumstände aufmerksam zu machen brauchten. Er war wirksam auf den Gebieten der Mathematik, der bibl. Exegese, Linguistik, Belletristik und Kritik. Seine hcbr. Schreibweise ist gefällig, erhebt sich nicht selten zur Elasflcität. Seine Italien. Uebersctzung des Pentateuchs mit (hebr.) Commentar ist sehr verdienstlich; seine Schrift התורה והפילוסופיא machte zu ihrer Zeit viel Aufsehen; auch war er ein thätiger Mitarbeiter der Zeitschriften Bikkure Haittim und Kcrcm Chemcd, sowie Verfasser mancher kleineren Abhandlungen. , Reggio zeigt sich als Träger und Fortpflanzer der Biuristenschnle, wie denn auch: seine Verehrung für Mendelssohn unbegrenzt war. Es sind in seinen Schriften aber auch nicht undeutlich die Mängel der Biuristen wahrzunehmen: das tiefere gründliche Eingehen verliert sich vor schöngeistigen Bestrebungen. — Reggio erreichte das Alter von 71 Jahren und sein Geist war stets rüstig: er edirte am Abend seines Lebens manche ausgefundene Werke. Hier war er nicht glücklich und es ist sehr zu bedauern, daß er mit der Ausgabe des בחינת הקבלה des Leo da Modena sich einen Denkstein zu setzen vermeinte. Wir wollen den lauten und wiederholten Versicherungen des Herausgebers, die Schrift sei nicht fingirt, Glauben schenken. Was wurde aber mit der Herausgabe beabsichtigt? Leo da Modena erscheint hier als ein Mann von der tiefsten sittlichen Erniedrigung; er predigt laut — man befrage seinen בית לחם יהוהה und andere Schriften — dasi den Lehren der Rabbinen zu folgen und in ihnen allein das Verständniß der h. Schrift zu finden sei, und er setzt sich im Verborgenen hin, verfaßt ein höchst gemeines Pasquill gegen die Rabbinen und sucht sie in der leichtfertigsten Weise lächerlich zu machen! Denn daß dem Werke jeder eigentliche Gehalt und Inhalt abgehet und mit dieser Frankel, Monatsschrift. IV. 12. 36

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