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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 9 · p. Seite 338

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 9
Article
Briefe aus dem Orient
Date
1855-01-01
Page
Seite 338 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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338 Ms deck Orient. rinnen, welche den armen FraüeN nebst der ärztlichen MW eistet Hebamme die nöthige Wäsche für Mutter und Kind, sowie eine paffende Unterstützung ln Geld nach der erfolgten Entbindung Nerlciht, ist durch die edelmüthige Gabe von 3000 Franken 3°/o pitmontesifchet Renten, auch in der Zukunft durch' die von Gott mit GlücksgüterN nicht Minder als Herzensgröße gesegnete Baronin Betty James Rothschild in Paris sicher gestellt worden. — ׳ Die Handwerksanstalt für Knaben fährt fort, 40 KnabeN ein paffendes Handwerk erlernen zu lassen und ihnen zugleich die nöthige religiöse Bildung zu ertheilen; über 300 Mädchen erhalten den ersten Unterricht in allen dem weiblichen Geschlechte nöthigen Gegenständen. Die Brodvertheilung erfolgt wie bisher zweimal wöchentlich, nach der im vorigen Iahte getroffenen Weise. Das provisorische Hospital wird Nach einem den 1. Novbr. Ü854 im Hause und in der Gegenwart des Herrn Oberrabbiner in London vr. Adler getroffenen Ucbereinkommen zufolge so lange bestehen, bis das von dkm seligen Juda Touro in New-Orleans gestiftete Hospital durch die thätige Verwendung des edlen trotz seines Alters nnermüdlichcn Sir Moses Montefiore erbaut und in den Stand gesetzt sein wird, der leidenden Bevölkerung im heiligen Lande Hülfe zu gewähren. Jetzt eben befindet sich jener Menschenfreund, begleitet von seiner frommen Gattin, in Jerusalem, eifrig besorgt nach Kräften zu wirken NNd zu leisten. Nächstes Jahr werde ich mit göttlicher Hülfe in einer zweiten Reise Stand und Lage unserer Brüder so wie det zu ihren Besten getroffenen Verfügungen untersuchen. — Das Wiedererwachen und die thätige Fürsorge unserer Brüder im Morgenlande ist nicht das Werk Eines Menschen, Nicht Eines Jährzehents. In ConstaNtinopel sucht der Unterricht bei der jüdischen Bevölkerung sich imcker Mehr Und mehr heimisch zu machen; trotz somanchen Schwierigkeiten geht cs, wenn auch langsam, immer vorwärts; jeder Tag liefert neue Erfahrungen und findet oft da Hülfe, wo man selbe am wenigsten erwartet. In Alexandrien ist eine Elementaranstalt ins Leben getreten, und wird nach dem Aufhören der Cholera wahrscheinlich eine ,höhere Bildüngsänstalt gegründet werden, für die so manche thätige Kräfte sich bemühen. Bei den so schwierigen Verhältnissen dieses Jahres, das durch Krieg nicht minder als durch KraNkheit heimgesucht wurde, können wir Gott Nicht' genug danken, ein ähnliches Bild den Freunden Israels und dessen Erhebung vorstellen zu können.

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