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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 8 · p. Seite 319

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 8
Article
Rawlinson's Bericht über die von ihm entdeckten Alterthümer
Date
1855-01-01
Page
Seite 319 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Notizen. 319 von nahe an zwei Tausend englischen Meilen in der Gegend längs des Eupkrats und des Tigris nach dein persischen Meerbusen hin ausgedehnt hätte. Die an verschiedenen Punkten dieser ausgedehnten Strecke veranstalteten Ausgrabungen hätten Alterthümer der interessantesten Art ans Licht gebracht, indem sie weit älter wären als die Marmordenkmäler Niniveh's des Herrn Layard und eine große Zahl von Tafeln und Walzen enthielten, auf denen sich Inschriften befinden, welche geeignet sind, über viele dunkle Partien der alten Geschichte Licht zu verbreiten. Das älteste Stuck war eine irdene oder Backsteinplatte aus einem Telnpel, der 2000 Jahre vor der christlichen Zeitrechnung erbaut worden, aus welcher der Name des Königs verzeichnet war, der in Chaldäa zu jener Zeit regierte. Rawlinson setzte auseinander, daß die Könige von Chaldäa und Assyrien allein das Recht hatten, ihre Namen auf die Backsteine eingraben zu lassen, welche beim Bau verwendet wurden, und daß er hierdurch und unterstützt von den Inschriften, welche er in den Tempeln gesunden hätte, im Stande gewesen sei, mit der vollkommensten Genauigkeit die Perioden anzugehen, in denen die Tempel erbaut worden sind. Einige behauene Steine, welche bei Bauten aufgesunden wurden, die nach dieser Ermittlung mindestens 800 Jahre vor der üblichen Zeitrechnung ausgeführt sein müßten, enthalten Eingrabungen, welche weit schöner sind als irgend welche jüngern Datums, die durch Layard ausgegraben worden, besonders in Hinsicht der Thiergestalten bei Jagdscenen. Als Zugabe zu den Figuren auf den flachen Platten wurden hier allerlei kleine Thierabbildungen gesunden, von denen einige aus dem Lesetische zur Ansicht Vorlagen und die mit großer Geschicklichkeit ausgeführt und so gut erhalten waren, als wenn sie erst kürzlich verfertigt worden wären. Zu den interessantesten Documenten dieser alten Zeiten gehören die Tafeln und Walzen, welche auf ihrer Oberfläche Inschriften enthalten, von denen R. die meisten zu entziffern im Stande war. Eine Tafel, aus einem von den durch Nebucadnezar erbaueten Tempeln herrübrend, wurde vorgezeigt; ihre in sehr kleinen Schristzügen ausgedrückte Inschrift wurde übersetzt. Indem sie die Umstände feststellt, unter denen der Tempel erbaut war und die Werke wie die Größe des Königs preist, entbält die Tafel viele Stellen, von denen R. glaubt, daß sie aus den Wahnsinn Nebucadnezar's und seine Wiedergenesung anfpielen; doch ist dieser Theil noch nicht klar entziffert worden. Unter anderen merkwürdigen Alterthümern, welche der Gesellschaft vorgezeigt wurden, waren auch zwei irdene Cylinder aus einem Tempel, der wenige Meilen von der Stätte des alten Babylon gelegen war, von denen vorausgesetzt wurde, daß sie zu den Ueberresten des babylonischen Thur- 24*

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