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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 8 · p. Seite 316

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 8
Article
Notizen. / Löwe
Date
1855-01-01
Page
Seite 316 (sequence 2)
Language
German
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316 Notizen. Besuche ab: beim englischen Minister, bei Reschid Pascha, Fuad Pascha, Schekif Pascha. Am 28., Donnerstag Nachmittag um drei Uhr, hatten wir eine Audienz beim Sultan im Palast Dolmabaghschi. Der Sultan war außerordentlich gnädig und sagte, er freue sich sehr Sir Moses zu sehen, und versprach, daß er mit vielem Vergnügen seine Bitte gewähren werde. Auch mit mir sprach er und sagte, daß er sich meiner gut erinnere, und erwähnte arlch einige Worte über die Uebersetzung einer Inschrist, die ich einst für seinen Vater machte. Wir blieben beinahe eine halbe Stunde mit ihm; es war Niemand mit tl;m als Sir Moses, ich und Herr Etienne Pisani. Wir haben alle Ursache vollkommen zufrieden zu sein. — Sonntag den 1. Juli besuchten wir den Großvezier Ali Pascha; und sobald wir die nöthigen Firmane bekommen, gehen wir nach Beirut, um von dort unsere Reise nach Jerusalem fortzusetzen. I. Ueber die Knechtung der Israeliten nach egyptischen Monumenten. (Nach dem Empire.) Zwei Thatsachen von der größten Bedeutung scheinen durch die neuesten Entdeckungen auf den Monumenten außer Zweifel gesetzt worden zu sein. Durch die erste erfahren wir den Namen jenes Pharao, unter welchem Joseph die Stelle des ersten Ministers einnahm, und durch die zweite den des andern Königs, ״welcher den Joseph nicht kannte". Ueber den Charakter und die Thaten des letztern, soweit sie durch die Monumente ermittelt worden sind, läßt sich Folgendes sagen. Phiops oder Aphophis, der Gönner Josephs, war ein sehr freigebiger Herrscher, der die Künste beschützte und zu dem Glücke seines Reiches beitrug; ihm folgte ein anderer Pharao, der gleichfalls freigebig und glücklich war. Dies zeigen die Monumente deutlich und die Wahrheit dieser Thatsachen wird auch durch die Ausgrabungen der Ruinen von Heliopolis und Memphis, wo jene mächtigen und glücklichen Pharaonen residirten, aufs vollkommenste bestätigt. Bald aber nimmt man an den Monumenten deutliche Spuren des Verfalls ihres Königreiches wahr. Wir finden Memphis, ihre südliche Hauptstadt, von Amosis erobert, einem der Könige Oberegyptens; gleichwohl scheint dieses Ereigniß keinen nachtheiligen Einfluß auf die Israeliten gehabt zu haben. Sie standen in Achtung, genossen alle Vorrechte geborner Egypter und wuchsen schnell zu einem zahlreichen und mächtigen Volke heran. In Folge strenger

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