Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 4 · p. Seite 160

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4
Article
Retrolog. / Frankel, Zacharias
Date
1855-01-01
Page
Seite 160 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829178-2829183--02259-2853720
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

16Ö NotizM zu ernähren, und gab auch Manches was er erworben hatte mit Freuden hin. Wir tonnen bei diesen Zügen nur kurz verweilen, da sie vor dem was er für Allgemeines leistete undausführte weit zurücktteten. Wo es je einem Unternehmen zur Förderung des frommen Sinnes, der Wissenschaft, der Mildthätigkeit galt, stand er nicht nur nicht zurücksondern trat als deren eifriger Vorkämpfer in einer Weise auf, die Andere unwillkürlich zur Lheilnähme hinriß. Sein Name sollte nicht glänzen war bescheiden-Und anspruchlos: in der VollWrung des Guten liebte er das Gute, nicht sich. Dieses reine Erfassen und Ausführen rief de Segen verbreitende Anstallen ins Leben. An dem Entstehen des Tempels in Prag hatte er einen vorzüglichen Antheil, die Kleinkinderbewahranstalt daselbst ist zumeist sein Werk..' Und da die Erziehung oft noch mühsamer als die Förderung der Geburt ist, so gebührt ihm nicht nur das Verdienst des ins Lebenrufens, sondern das'noch höhere des Erhaltens : er stand wie sehr auch seine Bescheiden heit sich gegen jede Auszeichnung sträubte, mehrere Jahre an der Spitze dieser Anstalten. Aber auch das Einzelne ging ihm nicht in dem allgemeinen Wirken verloren: an ihm fand der Arme Theilnahme und ergiebige Aushülse; seine Milde hinterließ wohin er je kam reichliche Spuren. Und an diesem Punkte angelangt müssen Worte schweigen: für Herzensgute gibt es keinen Ausdruck, das Gütige, Milde, Theilnehmende in diesem Edlen bleibt seinen Freunden wie Allen die ihn kannten in einem Andenken zurück, das sie mit tiefer Rührung in sich bewahren; ihm Worte geben ist ihnen Entweihung. Wohl muß aber noch erwähnt werden, daß wie sein Gemüth auch sein Geist sich dem Höhern zuwandte und die Liebe zur Wissenschaft in ihm stets in jugendlicher Lebendigkeit lebte. Mit den Erscheinungen der Neuzeit bekannt und auf ihrer Höhe stehend fand er dennoch in der jüd. Wissenschaft seine eigentliche Erholung und in deren Pflegern seine eigentlichen Freunde. Dem talm. Studium waren täglich einige,Stunden gewidmet; mit inniger Freundschast, die ihm reichlich vergolten wurde, hing er an Napoport, Zunz, Beer, Sachs u. A. Seine mit wissenschaftlichem Sinn gepaarte Milde erhob ihn auch zu einem wahren Mäcen: Napoport erzählt in dem Vorworte zu seinem Erech Millin, daß durch Fischel's^Munificenz die Herausgabe dieses Werkes zu Stande gekommen sei. In F. ist einer der Ed Den heimgegangen: ihm, der auf Erden Liebe und Frieden verbreitete, kommen nach dem schönen alten Spruche Friedensengel bei seinem dortigen Eintritte mit Friedensgruß entgegen. Frankel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.