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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 4 · p. Seite 146

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4
Article
Aus London
Date
1855-01-01
Page
Seite 146 (sequence 6)
Language
German
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146 Wissenschaftliche Aussätze. Juden sehr günstig geworden. Christen subferibiren zu jüdischen, und Juden liefern sehr reiche Beiträge zu allen christlichen Wvhlthätigkeitsanstalten. Wissenschaftliche AuffäHe. Erläuterung der auf einigen mathematischen Sätzen beruhenden Mischna Kilaim 5, 5. Diese von Nichtinathematikern gewöhnlich übergangene Mischna bietet selbst dem tieferen Eingehen so manche Schwierigkeit dar, daß die zwei Commentatoren Maimnni und Heller, obgleich beide sie auf mathematische Sätze zurückzuführen bestrebt sind, dennoch bei deren Erläuterung von einander differiren. Allerdings läßt sie vermöge ihres concisen, fast lakonischen Ausdruckes verschiedene Deutungen zu. Es dürfte daher manchem Leser dieser Blätter nicht uninteressant sein, die in weitläufiger Auseinandersetzung vorhandene Differenz zwischen Maimnni und Heller nach kurzer mathematischer Formulirung kennen zu lernen, um sich ein eigenes richtiges Urtheil über das Sachverhältniß dieser Mischna zw bilden. Durch Maimuni's Auffassung dieser Mischna ergibt sich im Allgemeinen ein für die Praxis strengeres Verbot als durch die Heller's, welcher in seiner Polemik gegen Maimnni, von andern Voraussetzungen ausgehend, zu einem fast entgegengesetzten Resultate gelangt. Bevor wir auf den eigentlichen Kern des Streites eingehen, wollen wir einige zum Verständnisse des Folgenden nöthigcn Sätze vorausschicken. Die in der Mischna erwähnten Weinberge werden in schachbrettartigen Formen angelegt gedacht, so daß auf 0m1 Punkte, wo vier Schachfelder zusammentreffen, ein Weinstoc? gepflanzt sei. Für verschiedcne Weinberge ist die Größe dieser quadratischen Schachfelder verschieden; vorzugsweise nehmen sie einen Flächenraum von 16, 25, 36 oder 49 Ellen ein; die Seite eines solchen Quadrats ist daher 4, 5, 6 oder 7 Ellen lang. Die Tradition hat mehrere Bestimmungen für specielle Fälle in Betreff deS Verbotes der Mischpflanzungen von Sämereien in Weinbergen (כלאי כרם). Die oben bezeichnete Mischna gibt an, wie viel Weinstöcke durch die innerhalb eines Weinberges gepflanzte Sämerei (ירק) dem Verbote anheimfallen. Sie bezeichnet jedoch den Standort des ירק nicht näher, und es liegt die Vermnthung nahe, daß diese ha-

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