Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Briefe aus dem Orient
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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416 Briefe aus den! Orient. Bnjukdbre. den 21. August 1854. ״Vcrehrlester Herr! So eben erhalte ich Ihr wert!׳es Schreiben von gestern. freut mich, daß Ihre Thatigkeit hier wie anderwärts so Manches $u Stande gebracht hat, was zur Verbesserung des Mooses Ihrer ׳Religionsgenoffen in diesem Lande beitragen kann. Mir wird es ein besonderes Vergnügen sein, Ihre Bestrebungen zu unterstützen, lehren Sie doch nur bald wieder, damit der Saamc, den Sie c!uSgestreut, nicht verdorre, sondern gepflegt werde und gedeihe. Also Adieu, glückliche gleise. Ihr Bruck. Zu dieser! warmen, beglichen Zeilen des Biedermannes, der Oesterreichs Politik iin Oriente so würdig und großartig vertritt, werde ich mir aueb nur ein Wort binzuz!!fügen nickt gestatten. Ans Smyrna, wo ieb Anfangs nur eine kleine Anstalt errichten wollte, erhielt ick unter den! 7. Septem her ein Schreiben, worin die dortige neun bis zehn Tausend Seelen zahlende Gemeinde sich vervsticktet, einen Boden zu kaufen, um eine Schule zu hauen, drei Lehrer für das Hebräische, einen für türl'lsche und einen für italienische Sprache aus ihren Mitteln zu bestreiten, wenn ich mich nur anheischig mache, einige tausend ,Tranken als Unterstützung zum 'Bane und auf einige Iabre den Inhalt des mit den! Französischen betrauten Lehrers herbeizuschaffen. Natürlich sagte ich dieses der Gemeinde sogleich zu, und so werden in einigen Wochen die beiden mit der europäischen Leitung in Smyrna und Alerandnen betrauten Individuen abgeben. Dies ist der zweckmäßigste Weg, die ganze Gemeinde zu beleben und zu beben; sollten sieb unter den da gebildeten Scküleru einige ausgezeichnete Intelligenzen finden, die zum Staatsdienste keine Lust haben (denn in diesem Falle würden selbe auf soften der türkischen Regierung nach einer bedeutenden Stadt Gnropa'S geschickt werden), so wird es dann an der Zeit sein, selbe auf kosten der europäischen Juden, falls die Eltern dieser Binder arm sind, nach Europa kommen zu lassen. Eben jetzt wurden mir vier Knaben der sehr vermögenden Familie Pinto und Sckaer aus Gairo nach Paris geschickt, die unter meiner 'Aufsicht hier von einen! sehr fähigen 'Manne unterrichtet werden; solche Falle werden viel häufiger Vorkommen, a!S mau in Guropa vielleicht glauben wird. Zun! Schlüsse mögen mir Ihre Leser eS vergeben, wenn ich hier einige 'Auszüge der unter dem 7. September S. M. dem Äafier von Oesterreich übergebenen Bittschrift und die osficiclle Antwort Seiner Exeettenz des Baron. Bach, Ministers des Innern, beizusügeu mir gestatte.