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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 9 · p. Seite 363

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension]
Date
1854-01-01
Page
Seite 363 (sequence 2)
Language
German
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Receusionen r!nd Anzeigen. 363 Strebender, der eine lobcnSwerthe Gewandtheit im hebr. Aufdrucke besitzt, was er sowohl in seinen Original-Dichtungen als in seinen dichterischen Uebersetzungen aus dem Deutschen bewerft, wenn cs auch den Gedichten noch an Kraft und Schwung gebricht und sie sich mttunter zu sehr in der Brette ergehen. Viele Gedichte des Werkchens sind schon in der Zeitschrift ״Kochbe IizehaL" gedruckt und hier mlt aufgenonnnen und manche- Gelegenheitsgedichte, die ziemlich subjeetiv gehalten sind, tonnten wegbleiben. Indessen liefern alle, wie schon gesagt, ein Zeugnis! von gründlicher Kenntnis! und geschickter Handhabung der hebr. Sprache. In dem ׳עירי בת צירן lernen wir von Neuem einen schon bekannten Meister der hebr. Sprache und dessen hohes, schnoungreicheS Dichtertalent bewundern. Das Werkchen bietet uns Original-Dichtungen echt jüd!scheu Stoffes, wie: Salomo und hobelet, die Rache SimsvnS, Iael und Sisera, Moses auf dem Gebirge Abarim, N. Iehuda Haler i. Alle Gedichte zeichnen sich durch Schönheit der Dietion und Reicht hum an herrlichen Bildern auS, ״Salomo und hobelet" aber besonders in der Form durch gefällige Anklange an das Hobe Lied und den Prediger Sal. sowie durch Zartheit und Tiefe der Gmpsindnngen. Dem Jungliug Salomo, der aus der gläubigen Dichterbrust seines Vaters, des heiligen Sängers, kindlichen, naiven Glauben gesogen, und dessen anspruchsloses Herz allen unschuldigen Freuden und edlen Regungen geöffnet war, dessen Sinn der Liebe und Freundschaft erschlossen, sich im zwanglosen und einfachen Hirtenleben durch Glauben und Freundschaft beseligt suhlte; — diesem Jünglinge wird Mobclct, der Greis im Mannesalter, als König im Genüsse der Uebersülle aller Freuden entgegen gesetzt, der durch das Paudorra- Geschenk des zersetzenden, tief grübelnden Verstandes zum Skeptiker geworden, den Jammer einer bedauerlichen Zerrissenheit des Herzens rcpräseutirt. Die sinnliche Schönheit wird Moder unter dem Secirmcsser seines Geistes, und der Trost des Glaubens wandelt sich in Hohn und Ingriulm unter der Analysis seiner schadenfrohen Skepsis um. — So möge denn dem Meister die Palme des Verdienstes und dem Jünger aufmunternde Unterstützung werden! vr. W. Landau. 27

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