Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur neuesten jüdischen Literatur in England
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 12)
- Language
- German
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180 Zur nrucften jiitifdn'» Literatur in stiustcmd. Hielte ״vorwärts, vorwärts"; und die Hügel ivaren erklommen, die finsteren Wälder durchschnitten, und nitrit die Auen und Gärten tmd andere Pfade, deren manche rauh, manche angemimt, wurden von diesen rastlosen Inselbewohnern betreten. Diese :weisenden, die in jeder Hinsicht von einander verschieden waren, hatten in einer Beziehung eine Aehnlichkeit, welche daraus hinzudeuten schien, das! sie eine gemeinschaftliche Aufgabe zu vollenden haben: jeder trug in seiner Hand ei» kleines Kästchen von Bergkrpstall, aus dessen Boden einige wenige Zeilen eiugegrabe» waren. Ich bemerkte das; an der Dstseite ider Insel! die Mäftdjcu flecfenUm ivaren, daß sie aber wie ihre tsigeutlminer vorwärts ginge» beschmuat und manche sogar sehr durch »lecken entstellt wurden. Doch bemerkte ich auch'das! manche sich mit köstlichen 3reuten füllten, die sich selbst zu Buchstaben ordneten und Worte bildeten. 30 las ich an einem Mäftdtcu, dessen Bescher eben aus einem wüthenden Waidstrome auftauchte, mit rubbinenen Buchstaben ״Glaut'en"; an einem andern in tiefstem Saphir ״Mildthätigkeit. Und wenn ein Kästchen mit manchen dieser glänzenden Worte geziert war, so schien es so leuchtend, das! es einen herrlichen Glanz umher ergos!. Reisen etwa diese Wesen, dachte ich, um die kostbaren Kästchen zu verschönern? Dieses kann nicht sei», denn manche schauen nicht aus das Kleinod, das sie wie eS scheint ohne ihr Wissen tragen, noch ans die Flecke» die dessen Reinheit entstellen, sondern beschäftigen sich blos mit Blutheu, die sie auf ihrem Wege finden. Da schmückt sich eine schöne junge Reisende mit Blumenguirlanden, ohne zu bedenken das; die Nosenblärter und Beilchen dem Kästchen Flecken machen: ein Anderer pflückt lockende Früchte ab und der Saft fällt aus das Kästchen und lässt ein entstellendes Zeichen zurück. Da erblickte ich einen andern wie ich glaubte weiser» Reisenden, der verächtlich jene zwei sorglose» 'Wesen verlachte und ihnen sagte, das; Alles was sie gesammelt gebrechlich, vergänglich und unnüh sei. Und seine Hände waren mit Gold und Silber gefüllt und auf seinem Rücken trug er eine Last wohlriechenden Holzes, und ich bewunderte seinen Fleiß, seine Geduld, sowie die Selbstverleugnung, mit der er die schönen Blumen und die versuchenden Früchte, an denen er vorüberging, unberührt ließ und nur nach dem bleibenden Golde strebte. ״Gewiß gehorchen diese Reisenden, dachte ich. den Befehlen eines Königs