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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 4 · p. Seite 165

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 4
Article
An den Kaiser [Nachricht]
Date
1854-01-01
Page
Seite 165 (sequence 2)
Language
German
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Notizen. 165 Hatten unsere tapferen Soldaten die Gleichheit der Menschen sowohl in Rechten als Pflichten auf dem alten europäischen Kontinente eingesetzt, so pflanzten sie nunmehr die Fahne der Gewissensfreiheit auf den afrikanischen Boden, und die Inden Algeriens, die ein wilder und verjährter Fanatismus in Parias und Sclaven verwandelt hatte, wurden jetzt freie und treue Bürger, nützliche und dankbare Mitglieder der großen französischen Familie. Aber, Sire, in weiterer Entfernung leben noch Glaubensgenossen gleichfalls unter muselmännischen Völkern, schmerzlicher Unsicherheit preisgegeben und aller Garantie für Kultus, Leben und Eigenthum beraubt. Die zahlreiche israelitische Bevölkerung der europäischen und asiatischen Türkei hängt ganz vom Belieben (1)011 plaisir) des SouverainS, von seiner persönlichen Stimmung, von seinen mit dem Fortschritte der modernen (Zivilisation in größeren! oder geringerem Zusarnmciihange stehenden Empfindungen ab; häufig haben jene Bevölkerungen auch von den Launen, der Habgier und Parteilichkeit eines Pascha'S Vieles zu erdulden. — Steine Macht schützt sie gegen Versolgungen, keine Stimme erhebt sich um mißkannte oder verletzte Rechte zu ihren Gunsten wieder in Anspruch zu nehmen. Zeigt sich der gegenwärtige Sultan allerdings gerecht und duldsam gegen die Mitglieder aller ÄlanbenSgenossenschaften, so sind doch die Israeliten in der Türkei stets gehässigen Maßnahmen von Seiten der Statthalter der Provinzen ausgesetzt, und nichts garantirt ihre Zukunft gegen die trau- \ rigsten Fälle. Diese Betrachtungen bestimmen nnS, Sire, E'w. Majestät zu bitten, neben der hohen Sorgfalt, welche Sie so gerechterweise den (Christen angedeihen lassen, Ihren mächtigen Schutz auch auf die der ottoinanischeri Negierung unterworfenen Israeliten zu erstrecken. Wahrlich sie verdienen das Interesse, das wir für sic in Anspruch nehmen: sie haben ihrem Laude in den jetzigen Verhältnissen glanzende Beweise ihrer Hingebung und Vaterlandsliebe gegeben und sich selbst beträchtliche Opfer freiwillig auferlegt, um zu den Staatslasten beizntrageu. Ja, sie haben noch mehr gethan! Da sie im regulaircn Heere bis jetzt noch nicht zum Dienste angenommen werden, so haben sie in ihrer Mitte und auf ihre Kosten eine Legion gebildet, um den gemeinschaftlichen Feind zu bckämpfen. Die jüdischen Gemeinden in Palästina leiden schrecklich seit Beginn des Krieges. (Ls sind dies fromme und arme Bevölkerungen, die bloS den Zweck haben in der Nahe der Denkmäler und heiligen Orte ihrer Vorfahren zu leben und zu sterben, und kein andere- Existenzmittel

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