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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 12 · p. 480

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 12
Article
Miscellen [Nachricht] / Schwarzauer, M.
Date
1853-01-01
Page
480 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Notizen. 480, Das angebliche Grab Ezechiels in der Nahe von Hillach bei Kesil (Kiffel nach Lynch) , wurde am 4. Mai 1848 von Dr. Krapf besucht. Nach langem Marsch bekam er das Fprt zu Gesicht, betrat dasselbe, und verlangte nach dem Grabe des Propheten geführt zu werden. Die Vornehmsten unter den wenig zahlreichen Einwohnern begleiteten ihn an den Ort, durchschritten einen geräumigen Hof und betraten dann einen großen auf 2 Reihen pilasterartiger Säulen ruhenden Saal, wo in einer Nische am hintern Ende ein Gehäuse sich befand, das einem riesenhaften Opernglas glich und eine Abschrift der fünf Bücher Mofes enthielt. DaS ganze kostbare ManuscripL war auf einer einzigen Rolle geschrieben, die der Bequemlichkeit halber in einem Gehäuse aufgerollt wurde, während es sich aus dem andern abrollte. Von diesem Saal nach der Südseite hin lag eine Reine Kammer, welche den Sarg Ezechiels in einer hölzernen Kiste enthielt, die mit englischem Zilz, nicht von dem feinsten Gewebe, noch von dem neuesten Muster, bedeckt war. Ueber dem Grab erhob' sich ein spiralförmiger Dom, der innen sehr hübsch, vergoldet und emaillirt und von vielen kleinen Lampen erhellt war, welche über dem Sarkophag stets brennend erhalten werden. An diesem Saal befanden sich außer mehreren dunkeln kleinen Kämmerchenzu Privatandach.Len noch eivMeheim ms volles, durch eine einzige Lampe erleuchtetes Aimmer mit drei Särgen^ welche die der vornehmsten Juden sein sollen, die Ezechiel begleiteten. <ALHen. 1° Oct.) Das Jonasfest in Mosul. V. Place schreibt in einem Briefe, aus Nmiveh (s. Nouv. Ami. d. Voyages Jul. —Aug.) folgendes: ״Dies Land ist voll der merkwürdigsten Erinnerungen, und die nachstehend erwähnte wird Sie wohl nicht wenig in Verwunderung setzen. Vorige Woche feierte die Stadt Mosul drei Festtage, zum Andenken der dm Ninioiten von dem Propheten Jonas auferlegten Buße und dann folgte ein Freuden- ^-ckag. -Da dieß seit undenklicher Zeit im Lande sich wiederholt, so findet man die ^Dache ganz natürlich, und voriges , Jahr sprach man erst geraume Zeit nachdem das Fest vorüber war davon. Dieses Jahr aber wollte ich selbst Zeuge davon sein, und Sie können ssagen, daß Sie es von einem an Ort und Stelle wohnenden Consul haben, daß eine ganze Stadt alle Jahre eines der seltsamsten und ältesten Feste der Bibel feiert. Das Auffallendste ist, daß die Moslems diese Ueberlieferung achten, und den Lag feiern wie die Christen. Allerdings enthalt der Koran ein ganzes Kapitel, das dem Propheten Jonas gewidmet ist, und Mosul gegenüber liegt, aus einem künstlichen Hügel eine sehr verehrte Moschee, welche das Grab des Propheten decken soll. Nun haben wir zwar den Beweis, daß dieser Hügel kostbare Reste des assyrischen Alterthums enthalt, aber die Moschee ist so sehr verehrt, daß wir unmöglich Nachgrabungen anstellen können. Die Erde berühren, welche das Grab des Propheten Jonas stützt, das hiesie sich einer Revolutionaussetzen. Jeden Freitag zur Stunde des Gebets pilgert man in Masse aus Mosirl herbei. Man kann diese Lhatsache mit der Achtung vergleichen, welche das Grab Daniels zu Susa genießt, wo Leute aller Religionen leben, und wo man sich der Ermordung aussetzte, wenn man das Grab verletzte- Druck von A. M. Colditz in Leipzig.

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