Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Neueste Skizzen aus Frankreich [Nachricht]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 479 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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479 Notizen. christlichm gottesdienstlichen Uebungen mit beiwohnen sollten. Auf diesfallsige Reclamation des Central-Consi'storiums zu Paris hat der Minister des Cultus und öffentlichen Unterrichts dem gedachten Rektor einen Verweis ertheilt und ihm bedeutet, daß er jene Anordnung nicht nur zurückzunehmen, sondern auch dafür Sorge zu tragen habe, daß die israel. Zöglinge dem Gottesdienste ihrer eignen Religion beiwohnen. _ In Metz wurde ein Mitglied des isr. Consistormms (Luchfabrikani Schwab) durch Laiserl. Dekret zum Präsidenten des Raths der Sachverständigen (jmuV- J 10mm0s) ernannt und'in Colmar erhielt ein Israelit (Hr. Schoengrün) den für Verbesserungen im Ackerbau festgesetzten Preis. Miseelten von M. Schwarzauer. Als eine auffallende Lhalsache wird aus der Provinz Posen berichtet, daß unter den ärmeren jüdischen Einwohnern die Auswanderung nach Amerika in der letzten Zeit außerordentlich zugenommen hat. Als Ursache wird Mangel an Erwerb bezeichnet. _ (N-. Z.) In Breslau und in Frankfurt a. M. sind neue Synagogen eingeweiht worden; jene durch Herrn Rabbiner Lik Lin und diese durch Herrn Rabbiner Hirsch. - _ Die Israeliten im Canton Aargau hatten bisher den ״Eidgenössischen Bettag^ nicht rnitgeftiert. Der Regierungsrath aber hat neuerdings die israelitischen Vorstände daraus angewiesen, künftig den Wettag mitzufeiern und eine synagogale Andacht angemessen anzuordnen. Es wäre wohl den schweizerischen Republiken anzuempfthlcn, die Israeliten zu emancipiren und ihnen die bürgerlichen Rechte nid)t länger vorzucnthalten; dann werden dieselben ohne direkten Befehl auch die?:-, NaLionalftsie mit feiern, als deren Angehörige sie sich fühlen könnten. ׳''* In Meklenburg - Schwerin hat man wieder große Sehnsucht nach Schutzjuden und deren Fluchgebet. Zu ersterem will ein Gesetzentwurf sie zurückdrangen und zu letzterem will der dortige Oberrath sie erheben. Ob diese Noeoeo - Antiquitäten sich wie Ursache und Wirkung zu einander verhalten, wisten wir nicht, das aber wissen wir, daß die dortige israelische Gemeinde, welche gegen diese stuchbelastete Andacht bei dem Ministerium protestirt haben soll, einer biblischen Inspiration nur folgt allwo es heißt: ״Du sollst dem Lauben nicht fluchen.^ Zum Pricstervolk hat der Herr Israel auserwähltZ der Priester aber soll segnen und nicht fluchen. Ueberlafftn wir letzteres den Priestern solcher Confesssonen, die sich dazu berufen fühlen. Das Ministerium H a ss e n p fl u g hat ein veraltetes Gesetz erneuert, wonach den Israeliten Kurhessens bei bedeutender Strafe verboten wird, irgend einen Dienstboten oder Religionsbeamten aus dem Auslande anzunehmcn. Ja es soll sogar diesem Gesetze die Rückwirkung gegeben werden: daß alle diejenigen, welche seit Aufhebung dieses Gesetzes, seit 1848, dagegen gehandelt, in Straft genommen werden sollen. _