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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 11 · p. 448

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 11
Article
Neueste Skizzen aus Frankreich [Nachricht]
Date
1853-01-01
Page
448 (sequence 2)
Language
German
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448 Notizen. und analysirt wurde.— Die Commission Lheilte den Preis, so daß Fräul. Alexander 2700 Francs und Fräul. Blum 2300 Francs erhielt. — Unter den fünf Abhandlungen, welche in derjährl. Sitzung der 5 Akademien zu Paris am 25.0.ct. d. Z. von den Akademikern vorgetcagen wurden, befanden sich zwei von den beiden israelitischen Mitgliedern des Instituts. Hr. Franck (Vicepräsi'dent des isr. Central-Consistoriums) las über den Paracelsus, und Hr. Halevy über den Organist Frohberger. — Im Monat October wurden zwei französische Israeliten zu SLaatsämtern ernannt: Hr. Marcus zum Maire in Roche-Carhon (bei Toulouse), undHr. Levylier zum Zahlmeister des Departements vom Oberrhein. Viel Aufsehen machte in Paris ein Vorfall zu Constantmopel. Die Tochter eines dasigen israelitischen Bankiers, Hrn. Baruch (österr. Unterthan) war, nachdem sie mit einem Israeliten verlobt worden war, in Gesellschaft eines 19jährigen Katholiken, eines gewissen Raffaeli, entflohen und hatte eine bedeutende Summe Geldes sowie verschiedene Dinge von Werth mitgenommen. Sie und ihr Entführen fanden Schutz beim kathol. Erzbischof Hillerau, so daß selbst die Verwendnng der k. österreichischen Gesandtschaft nichts vermochte, die ungerathene Tochter dem betrübten Water wieder zurückzuführen. Obgleich noch unmündig, ward sie an einem und demselbeu Lage getauft und mit dem gedachten Raffaeli getrauet l (Ern Pendant zur Jessika in Shakespeares Kaufmann von Venedig!)— , Miseellen von M. Schwarzauer. Ein Missionär Reichardt, welcher unlängst durch Berlin gekommen ist, theilte die interessante Entdeckung mit, welche er in Galiläa auf einer mit dem Missionär Nicolaison unternommenen Reise gemacht hat. Sie fanden in den Bergen GaMa's in der Richtung zwischen Akka und Nazareth, nördlich von Schefa-Anner, ein Dorf Buknah, welches fast ganz von ackerbautreibenden Juden bewohnt ist, die seit der Zerstörung Jerusalems durch Titus in dem Dorfe ansässig geblieben zu sein scheinen. Sie unterscheiden sich von ihren morgen- und abendländischen Stamwgenossen dadurch, daß sie nur das Hebräische und die Landessprache, das Arabische, aber weder deutsch noch spanisch sprechen, und, lediglich auf ihren Ackerbetrieb beschränkt, mit Auswärtigen in׳ geringer Verbindung stehen. Das F- I. vom 30. August berichtigt eine Nachricht. Dieselbe betrifft den Austritt des bekannten Dr. Gabriel Riesser aus dem Vorstehercollegium der Hamburger jüdischen Gemeinde. Die ״Weser Ztg." und andere Blätter haben diesen ״plötzlichen" Austritt mit den religiösen Wirren in Verbindung gebracht, während Dr. Riesser nicht erst jetzt, und nicht plötzlich, sondern schon vor einiger Zeit, nach völligem Ablauf der gewöhnlichen Dienstperiode dieses Ehrenamtes ausgeschieden ist. — Wenn jene Blätter die Meinung äußern, daß der Bundestag wahrscheinlich auch als Richter der Streitsachen zwischen der orthodoxen und neologischen Partei der Hamburger jüdischen Gemeinde werde angegangen werden, so kann man 1m Voraus wohl von der gänzlichen Erfolglosigkeit einer solchen Behelligung überzeugt sein.

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