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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 10 · p. 374

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Juden in Polen
Date
1853-01-01
Page
374 (sequence 6)
Language
German
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374 Aut Geschichte der Juden in Polen. Niemand ihn daran hindern, und fuhrt er Waare mit sich, soll er gleich den Andern den vorgeschriebenen Zoll entrichten. 11. Wenn die Juden ihren Gebräuchen gemäß eine Leiche von einer Stadt in die andere, oder von einer Provinz in die andere fuhren, so brauchen sie nichts zu entrichten; der Zollbeamte, der etwa dafür erpressen tvollte, wird wie ein Räuber bestraft. 12. Desgleichen, wenn ein Christ ihre Bezräbnißplätze beschädigt oder zerstört, so wird er nach dem Gesetze unseres Landes bestraft, und sein ganzes Vermögen unterliegt dem Fiscus. 13. Verunehrt ein Christ die Synagoge, so zahlt er zwei Pfund (Lunt^) Pfeffer an unfern. Palatin als Strafe. 14. Ist der Jude von seinem Richter zu einer Geldbuße verurtheilt, so muß er selbe entrichten. 15. Wenn der Jude durch das Gebot seines Richters vor das Gericht geladen wird und der Aufforderung keine Folge leistet, so soll er die bestimmte Geldbuße zahlen. 16. Verwundet ein Jiide einen Juden, so entrichtet er die Geldbuße an seinen Richter, den Gesetzen unseres Landes gemäß. 17. Wir bestimmen, daß kein Jude ans die 10 Gebote Gottes, das ist auf dem Buche Moses *) schwören darf, als bei großen Streitsachen, ivelche fnnszig Mark Silber betragen, oder wenn der Jude vor uns citirt wird, auch vor der Synagoge beim Chercm schwören^). 18. Wird ein Jude erschlagen und kann der Thäter durch Zeugen nicht ermittelt werden und schöpft man aus Einen Verdacht, so wollen wir den Juden gegen den Verdächtigen vertheidigen*). 19. Desgleichen, wenn ein Christ irgend einem Juden mit der Hand einen Schlag versetzt oder berührt, so wird er nach dem Gesetze, unseres Landes bestraft^). 20. Die Juden können in jedem Orte Gericht halten, sei es in der Synagoge oder lvo auch immer einem Orte. 2) Constituimus quod nullus judaeus debefc jurarc super 10 praeceptis Dei, hoc est super libro Moysi etc. 3) Yel debent jurare ante scholam circa chostiam. 4) Si Judaeus occidetur et non possit probari per testimonia de occisore, sed fuisset aliquis de hoc in suspicione; nos judaeum, contra suspectos, volumus esse defensores. 5) Item si Christianus alicui judaeo manu violenta aiiquid fecerit, yel tetig erit, debet puniri secundum jnra terrae nostrae.

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