Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Polen
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 370 (sequence 2)
- Language
- German
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370 Zur Geschickte der Juden in Polen. auch nur in Umrissen, ohne Berücksichtigung der nationalen Enttvickelung, unmöglich ift"2 3 4 5 6). Casimir der Große bestimmte zu seinem Nachfolger Ludtvig d'Aujou, König von Ungarn, welcher 1370 den polnischen Thron bestieg'). Der neue König strebte nur nach dem Glanze der Krone, nicht aber nach der Beglückung des Volkes das ihn krönte. Er überließ die Regierung seiner Mutter Elisabeth, einer achtzigjährigen stolzen, herrschsüchtigen, den Vergnüglingen ergebenen Frau'). Ludwig, dem Christenthum sehr ergeben, förderte die Prosclptenmacherci und verfolgte die Juden, die sich zur Annahme des Christenthums weder überreden noch zwingen ließen'). Er starb 1382. Dm polnischen Thron bestieg seine jüngste Tochter, Hedwig, die 1381 gekrönt und 1386 an Jagiello, Großfürsten von Lithauen, vermählt lvurde. Durch diesen Schritt verlor Polen seinen beständigen Befchder, und Lithauen konnte durch die verdoppelten Kräfte den Kreuzrittern (dem deutschen Orden) Trotz bieten. Jagiello zum König von Polen gekrönt schlug seine Residenz in Cracau aus, seinen Vetter Vitold setzte er mit dem Titel eines Großfürsten als Regent über Lithauen ein. Polen erstreckte sich damals von Cracall bis Smolensk und von Danzig bis zur Mündung der Donau. Diese ungeheure Macht nahm auch das Herzogthum Twer in Rußland unter ihren Schutz, ebenso die tartarischen Horden, welche sich in der Krim oder in den Steppen am Dniepr niedergelassen hattei^ und schrieb dem Despoten von Moskau und dem Chan vom Kaptschak Bedingungen vor'). Die Inden waren im ganzen Reiche verbreitet, kleideten sich tvie die Edelleutc und trugen gerade wie diese Plattmützen, Kappen und Ketten. Jagiello werordnete, daß sie als Unterscheidungszcichcn auf dem Rücken einen Flecken von rothem Tuche tragen sollten"), Ihr Einfluß mußte nicht gering sein, 2) S. Eassel, Gesch. d. Juden. 3) Nar usz ewicz Hist. Na1\ Pol, 4) Crom ei* de Origine p. 229. 5) Lelewel Gesch. 6) Tableau de laPologne. Bei Wiszmewski heißt es ein gelber Fleck.— S. Hist, Lit.