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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
[Rezension] / W. L.
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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IRI
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362 Reeensionen und Anzeigen. gend zum Zwecke. Daher darf es uns nicht wundern, daß das speciell Jüdische nicht darin vertreten ist. Nichtsdestoweniger ist es höheren israelitischen Schulen sehr anzuempfehlen. Wenn nämlich bei den jüngern Schülern, denen das Lesebuch den Inhalt ihres Wissens bieten soll, die confessionelle Religion und Geschichte in demselben eine Hauptrolle spielen muß, so ist es bei erwachsenen Schülern gerade nicht räthlich, ihre Leetüre ans den engen Raum der Confession zu beschränken; vielmehr soll sich ihr Geist vom Besondern zum Allgemeinen erheben, ihr Herz sich für das Gute, wo es immer gefunden wird und welcher Quelle es auch entspringt, begeistern, ihr Sinn sich am Schönen laben lernen. Die Lectüre soll, wie der Herr Verf. in der Vorrede richtig bemerkt, ״religiöse und nationale Anklänge haben, ohne daß Confession und Politik in irgend einer Weise hervortreten." Dies war wohl auch vorzüglich das Bedürfniß der Abfassung dieses Lesebuches. Denn obschon wir an den ״Lebensbildern III. u. IV. Abtheilung" herrliche Bücher zur ästhetischen Bildung der erwachsenen Jugend besitzen, so sind sie doch nicht frei von consessioneller Färbung. Bei alledem glauben wir jedoch, hätte, unbeschadet der Allgemeinheit des Lesebuches, mehr jüdisches Element, das zugleich ästhetischen Werth hat, wie viele von Herder, Krummacher, Kraft u. A. bearbeitete Stoffe, manche jüdisch-geschichtliche Momente von allgemeinerem Interesse, ausgenommen und verarbeitet werden können.— Hr. Hör- Witz hat nicht nur gesammelt und gesichtet, sondern auch selbst sehr schöne Gaben der Muse mit eingeflochten. Unter diesen find besonders ״das Frühlingslied", ״das Weihelied", ״das Spazierlied" hervorzuheben. Wir sind überzeugt, daß dieses Lesebuch nach Form und Inhalt, nur geeignet ist, den Schönheitssinn der Jugend zu wecken und zu bilden, und ihr Herz für Religion und Tugend zu begeistern und zwar um so mehr, je weniger es sichtbar darauf lossteuert. W. L.

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