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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Briefe aus London
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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230 Briefe aus London. concentrire und die Meister in ihr selbst, wie bisher, engagirt werden.- Auch der wissenschaftliche Unterricht ist übrigens in der Anstalt so umfassend, daß mehrere Zöglinge bei ihrem Austritte geistliche Aemter bekleiden. —־ Das Institut ist durch die allgemeine Theilnahme gut bedacht: es hat einen Fonds von etwa 50,000 Pf. St. Neben diesem großartigen Institute sind zu erwähnen zwei von Privaten gegründete Anstalten, und zwar: Das von A. Lion Moses gegründete Armenhaus in Bethanel Green. Es ist zur Aufnahme bejahrter Personen bestimmt, die daselbst freie Wohnung und Kohlen erhalten. Mit dem Hause ist eine Synagoge Laubhütte u. s. w. verbunden: überhaupt was zum religiösen und leihliehen Wohle gehört. In diesen: Hanse leben vierzig Personen, und der Gründer hat bis jetzt 12,000 Pf. darauf verwendet. Das Armenhaus von Joel Emanuel, zur Aufnahme von bejahrten Eheleuten und einzelnen Personen. Es ist sehr bequem eingerichtet, und herrscht hier, wie überhaupt in den erwähnten Anstalten die größte Reinlichkeit. Die Einwohner erhalten anßer freier Wohnung und Kohlen wöchentlich 14 Schilling. Mit der Anstalt ist ebenfalls eine Syuagoge u. s. w. verbunden?) Unter den vielen Vereinen zur Unterstützung der Armen, heimischen und fremden, der Wittwen, der Wöchnerinnen u. s. w. macht sich bemerklich ״der Verein jüdischer Frauen für Darlehen und Besuche" (The Jewish Ladies benevolent Loan and "Visiting society). Dieser Verein setzt sich zur Aufgabe sinkende Kräfte zu unterstützen und ihnen aufzuhelfen, daß sie nicht gänzlich fallen; aber auch an bejahrte und kränkliche Personen Gaben zu reichen. Doch der Verein stellte sich noch eine trefflichere Aufgabe: die Kranken und Armen zu besuchen und nn-!nittelbar Hülse zu bringen. Und diese Seite kann nicht genug bei den englischen Frauen hervorgehoben wurden. Mildthätigkeit in Gaben und Beiträgen legen auch unsere deutschen Glaubensgenosfinnen häufig an den Tag: aber das unmittelbare Wohlthnn, selbst hingehen in die 1) Wir freuen un§ auch aus Dresden über ein solches, mit Ostern d. I. ins Leben tretende Institut berichten zu können. Herr W. Schic gründete ein Haus, in welchem mittellose jüdische Familien eine Zuflucht finden sollen. Die Milde des Stifters zeigt sich sowohl in dem bedeutenden Kostenauswande, als in der Weise wie in diesem Hause für die Bequemlichkeit der Bewohner gesorgt ist, welche gesunde freundliche Stuben, welche comfortable Einrichtung sie hier finden. Es wird wohl in Zukunft selten ein Menschenfreund an Dresden vorübergehen, der nicht dieses Institut ״Henriettcnstift" nach der Gattin des Stifters genannt, besuchte und sich freute, daß zu Dresden, in der an Mitgliedern nicht bedeutenden jüdischen Gemeinde, sich ein solches Werk des frommen liebenden Sinnes erhebt. D. R.

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