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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Briefe aus London
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Briefe aus London. 228 Ihnen, manche Berichte über uordamerikanische jüdische. Zustände mitzuheilen: in dem kräftigen gährenden Lebensprocesse dieser frischen Welt, der stets neue Blüthen und Früchte treibt, sind fast mit jedem Tage neue Schöpfungen, Entstehungen von Gemeinden wahrzuuehmen, die gleichsam nach dem Plane der Vorsehung Ersatz bieten sollen für den Verfall und Auflösung aus dem alten und veralteten Kontinent. Hier bietet sich eine lebendige Anschauung, wie mit diesen Niederlassungen sich zugleich der Genius der Mildthätigkeit und der Verbrüderung niederläßt. Aber auch London, das fast mit jedem Tage neue Vereine entstehen sichet, zeigt einen solchen herzerhebenden Anblick: und cs würde die Grenzen eines Berichts übersteigen, wollte ich sie nach allen ihren Speeialitäten aufzählen. Ich erwähne also vorerst nur die zwei ältesten. עץ חיים ותלמוד תורה. dieses ist der Name eines Vereins zum Studium der Bibel und zur Erziehung und Bekleidung der Armenkinder der portugiesischen Gemeinde. Dieser Verein wurde gestistet im I. 1664; und erst neun Jahre vorher, im I. 1655, waren die Juden unter Crom-- well eingewandert! Die Schule wurde im I. 1822 reorganisirt: fünf und zwanzig Schüler werden jährlich vollständig, zu Neujahr (ר״ה) al l e Schüler Lheilweise bekleidet. — Au diese Anstalt schließt sich dem Alter nach an: das im I. 1703 gestiftete Waisenhaus der portugiefi-- schon Gemeinde. Die daselbst aufgenommenen Kinder erhalten Kleidung, Nahrung, Erziehung; und werden nachdem sie das Erforderliche erlernt in einem Geschäfte oder Gewerbe untergebracht. Die großartigste unter den vierzig bis fünfzig Wohlthätigkeitsanstatten ist das, נוה ^ך־יק benannte ״Hospital für Arme im Alter und für Erziehung und Beschäftigung der Jugend/' Ich lasse hier die Direction in einigen Worten aus dem im v. I. von ihr veröffentlichten Bericht sprechen. ״Die Gestalten des Elends das den Armen niederdrückt sind viel und verschiedenartig: und der wiederholte Leidensruf soll uns nicht abgehärtert machen, sondern uns im Gegentheile veranlassen die Ursachen der Uebel aufzusuchen mit der Absicht ihnen abzuhelfen. Und da finden wir, daß abgesehen von Krankheiten und äußern Zufällen die häufigste Ursache der Armulh und des Elends in der Unfähigkeit zu arbeiten liegt die theils aus der Schwäche des Alters entspringt, theils aus der Abwesenheit entsprechender Fähigkeiten um hinreicheude Mittel für die Existenz der Familie herbeizuschaffen. Die größte Quelle dieses letztern Uebels findet sich in dem Mangel an moralischer und nützlicher Erziehung, durch die das auswachsende Geschlecht belehrt würde in Gotteserkenniniß und zugleich unterrichtet in den Künsten die in der Gesellschaft gesucht werden: durch die die Jugend belehrt würde in Künsten und Gewerben und hierdurch befähigt die Familie zu erhalten,. und durch

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