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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 658

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der literarische Kampf um die Emanzipation in den Jahren 1816-1819
Date
1939-01-01
Page
Seite 658 (sequence 14)
Language
German
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658 Selma Sara Tåubler-Stern herzogl. Badische Geh. Kirchenrat Heinrich Eberhard Gottlob Paulus fiir eine allmahliche Emanzipation eintrat18 und nur emzelnen, durch Erziehung, Bildung und Betragen ausgezeichneten Juden das Burgerrecht gewahren wollte, forderte der auBerordentliche Professor der Philosophie und Staatswissenschaften zu Erlangen, Alexander Lips19, der bedeutendste Verteidiger der Juden in jener Zeit, Gleichstellung der Rechte aller vor dem Gesetz, insbesondere die Abschaffung aller zufalligen, einen Teil der Nation unterdruckenden Privilegien und Yorurteile. Indeni er in einer eingehenden Analyse erlåuterte, wie Geschichte und Schicksal, Zeit und Umstånde den Juden zu dem machten, was er geworden ist, zu einem von allen Schopfungen der Zivilisation ausgeschlossenen, ohne Zusammenhang mit der eigentlichen Welt lebenden Zerrbild der menschlichen Natur, zeigte er au oh die Mittel zu seiner Besserung und Wandlung. Erfiillt von den fortschxittsglaubigen und experimentierfreudigen Ideen des 18. Jahrhunderts, war er iiberzeugt, daB die Juden durch bessere Erziehung, durch den Besuch geeigneter Schulen, durch die Neuorganisation des jiidischen Erziehungs- und Bildungswesens der Kultur der XJnrwelt angenahert und wahrem Menschentum zugefulirt werden konnten. 3. Uns interessiert an dieser Stelle am meisten die Frage: Wie antwortete die deutsche Judenschaft auf die Angriffe der christlichen Gesellschaft'? Welchen Eindruck maehte die plotzliche Wandlung der Weltanschauung auf eine Gemeinschaft, die in der Erlangung der staatsbiirgerlichen Rechte das messianische Reich gekommen sah? Liest man die Schriften und Briefe der ersten Generation der Zeit nach Moses Mendelssohn, so hat man den Eindruck, daB die meisten fassungslos und verståndnislos der veranderten Zeitstimmung gegeniiberstanden. Auch Mendelssohn und seinen Freunden 18 ,,Beitråge von jiidischen und christlichen Gelehrten zur Yerbesserung der Bekenner des jiidischen Glaubens“ (1817). 19 ,,Cber die kiinfbige Stellung der Juden in den deutschen Bundesstaaten“ (1819).

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