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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. 645

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der literarische Kampf um die Emanzipation in den Jahren 1816-1819
Date
1939-01-01
Page
645 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Der literarisehe Kampf um die Emanzipation in den Jahren 1816 - 1819 Von Selma Sara Tåubler-Stern Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war den Juden in den meisten deutschen Staaten von ihren Eursten das Staatsbiirgerrecht gegcben worden, nachdem die Politik des Absolutismus, die Wirtschaftslehre des Merkantilismus, die Ideen der Aufklårung, die Staatstheorien der franzosischen Revolution und die Gesetzgebung Napoleons diesen BeschluB der Regierungen theoretisch und praktiscb vorbereitet hatten. Durch die Bestimmungen des Wiener Kongresses jedoch, der die alten legitimen Staaten wiederherst elite, und durch die Tendenzen der Restauration, die den christlichen Staat erneuerte, wurde ihnen das langumkåmpfte Recht wieder entzogen. Diese Verånderung der politischen Situation, die bewirkte, daB man den Juden von neuem die Last der Abgaben und Sondersteuern auflud, sie wiederum zu Schutzverwandten und Premden machte, nachdem sie sich kurze Zeit als gleichberechtigte Trager des Staatsgedankens hatten fiihlen diirfen, war von einer leidenschaftlichen, an die Debatten der Reformationszeit erinnernden literarischen Fehde begleitet. Es war nicht nur rasch hingeworfene Polemik, die fur ihr contra und pro nur hergebrachte Meinungen wahllos zusammenraffte, ohné den Versuch, zu priifen und zu sichten und auf prinzipielle Gedanken politischer, historischer, religioser und allgemein-geistiger Art zuruckzugehen, sondern fuhrend war en Schriften, die gelehxten Charakter trugen, verfaBt von namhaften Philosophen, Historikern, Theologen und Juristen, fur die es sich in dem Kampfe gegen und fur die Emanzipation des Judentums um etwas Allgemeineres handelte, um den Gegensatz zweier alle Bereiche des Lebens durchdringendenWeltanschauungen, innerhalb deren die Judenfrage die extremste, augenfalligste, am stårksten mit den Tagesinteressen verknupfte und den Tag am lautesten mit ihrein Larm erfullende Erscheinung war. Monatsschrift

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