Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Briefe von Ludwig Markus an Leopold Zunz
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
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186 Besprechungen S. 158, Anm, 19: Hier ist im Zusammenhang mit dem Seher vielleicht an Maimonides’ Lehre von der Prophetie zu denken. Doch bedarf es einer genauen Textvergleichung, um festzustellen, ob sich Züge des Sehers Ihn Bäggas tatsächlich im־ Propheten Maimonides7 wiederfinden. Beiden gemein* sam ist auf jeden Fall die Voraussetzung höchster intellektueller Volk kommenheit, eine Anschauung, die auf Alfäräbi zurückgeht. S. 168, Anra. 39: VgL auch folgende Stelle in seiner Politeia~Pära:* phrase f. 3a:דתכלית הידיעה• אמנם היא כמו שיאמר ארסטר שיעשה לא שידע mit Pirke Aboth 1,17: לא השדרש עקר אלא המעשה und Ihn Bäggäs Erwähnung der Ansicht des Alfäräbi, Tun sei wichtiger als Denken, wenn er zwei Menschen vergleiche, von denen der eine alle Bücher des Aristoteles kenne, aber nicht danach handle, hingegen der andere (recht) handle, aber nicht wisse und den zweiten dem ersten vorziehe. Es scheint mir, daß Ihn Rushd, in seiner Interpretation des Aristoteles möglicherweise Alfäräbi folgend, die schärfere Formulierung in der Politei-Paraphrase unter dem Gesichtspunkt der Politik gebraucht. Besprechungen. Diwan of Eleasar ben Jaakob ha-Babli ed. H. Brody. Mekize Nirdamim, Jerusalem 1935. Hebr. Titelblatt, Widmung, Vorwort I—XII. Text 1—139 S. Namenregister und Errata 141—159 Seiten. 8°. R. Eleasar b. Jakob der Babylonier in Bagdad — 1195—1250 — hat uns einen Diwan hinter lassen, von dem in neuerer Zeit einzelne Teile veröffentlicht worden sind. Brody legt jetzt im Verlage der Mekize Nirdamim den ganzen Diwan vor. Er widmet dem Texte unter Vergleichung der früheren Publikationen große Sorgfalt, mahnt aber vor Überschätzung des Dichters, den man nicht in die Nähe Jehuda Haie vis rücken darf. Der Diwan als Ganzes ist ziemlich eintönig. Ein reichlich entlohnter Hofpoet des babylonischen Schulhauptes ergeht sich in Lobliedern und Gelegenheitsdichtungen zu freudigen und traurigen Anlässen. Massenhaft gehäufte, gern wiederholte Reimereien werden bei verschiedenen Anlässen mit wenig poetischen Zeilen, stellenweise in geistreichem, manchmal in holprigem Musivstil aufgefüllt. Eigene Bilder, sachliche Beobachtungen sind selten. Ältere Bilder, Gemeingut der Zeit, werden gern wiederholt. Reim und Metrik versteht übrigens E. b. J. auch virtuos zu handhaben. Siehe z. B. Nr. 219. Höhere Stimmung bricht nur ausnahmsweise durch, wie im Stoßgebete Nr. 204. Die persönlichen Beziehungen des Diwan sind von Posnanski auch als Geschichtsquelle verwertet worden. E. b. J. folgt bewährten Mustern, besonders in der Schilderung seiner Sehnsucht nach dem abwesenden Gönner. Er findet aber auch neue, sonst selten auftauchende Bilder und Wendungen. Das Wissen seines besungenen Gönners ist mit dem anderer verglichen wie der Vergleich von Löwen und Fliegen. אריות וזבובים. Nr. 200. Nr. 208 Z. 6. Wölfe und Fliegen S. 87 Z. 2. S. 90 Z. 10: Adler und Fliegen S. 94 Z. 9. Der Buchstabe lamed wie ein Kameelhals: Nr. 246 דעתם כחמורים S. 128. Z. 9. Fische im Rätsel Nr. 247. Gefangen wie Fische im Netze S. 83 Z. 3. Kampf der Hunde um das Aas